Mittelbayerische Zeitung: Ein Menschenrecht

Regensburg (ots) - Von Reinhold Willfurth

Bei der Frage, ob ein Mann auch ein guter Vater ist, spielt die "Stimme des Blutes" eine untergeordnete Rolle. Eine Familie kann sehr gut ohne leiblichen Vater funktionieren, oder auch mit zwei Vätern, oder mit zwei Müttern. Bei vielen "Spenderkindern" aber kommt irgendwann die Frage nach ihren genetischen Wurzeln auf. Die Antwort darauf ist ein Menschenrecht, das über den Persönlichkeitsrechten des Samenspenders steht. Eigentlich hat diese Einsicht seit 24 Jahren Verfassungsrang. Die Politik aber hat sich bislang vor einem Gesetz gedrückt, das die Suche nach dem anonymen Vater erleichtert. Der gesellschaftliche wie der medizinisch-biologische Fortschritt ist an allen Parteien vorbeigelaufen. So muss, wie so oft, die Justiz der Politik auf die Sprünge helfen, sonst könnten auch künftig über 100 000 Menschen nicht auf die Suche nach ihrer Identität gehen. Zur Beruhigung der Reproduktionsmediziner: An Samenspendern wird es auch in Zukunft nicht fehlen. Ein Gesetz, das die Suche nach dem leiblichen Vater erleichtert, kann auch Ängste über Erb- und Unterhaltsfragen beseitigen.

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