Ärztenachrichtendienst Verlags-AG (änd)

Ärztinnen empfehlen Nachwuchs Arbeit in der Praxis

Hamburg (ots) - Lässt sich die eigene Arztpraxis auch mit Familie realisieren? Passen Kind und Kittel zusammen? Der Ärztenachrichtendienst (änd) hat in einer aktuellen Umfrage ausschließlich niedergelassene Ärztinnen zum Thema Freiberuflichkeit sowie über ihre Einschätzung zur Vereinbarkeit von Familie und Arztberuf befragt. Das Ergebnis ist insgesamt ein starkes Votum für die Freiberuflichkeit: Neun von zehn Ärztinnen (87 Prozent) haben den Schritt in die Niederlassung nicht bereut. Lediglich 6 Prozent halten die getroffene Entscheidung im Nachhinein für einen Fehler.

Im Rahmen der vom 19. bis zum 26. Oktober laufenden Befragung wurden nach dem Zufallsprinzip 5.000 Nutzerinnen des änd angeschrieben und zur Teilnahme an der Erhebung eingeladen. Teilnehmen konnten nur niedergelassene Ärztinnen. 502 Online-Fragebögen wurden schließlich vollständig ausgefüllt.

Eine deutliche Mehrheit (63 Prozent) der Ärztinnen würde demnach jungen Frauen auch heutzutage noch die Arbeit als freiberuflich tätige Ärztin empfehlen. Lediglich 18 Prozent raten ab, 19 Prozent sind sich ihrer Sache nicht sicher.

Insgesamt 57 Prozent der Teilnehmerinnen gaben an, in einer Einzelpraxis zu arbeiten. 34 Prozent sind dagegen in einer Gemeinschaftspraxis tätig, der Rest in anderen Kooperationsformen. Was die Aussagen zur Vereinbarkeit von Familie und Freiberuflichkeit so interessant macht: 85 Prozent der befragten Ärztinnen haben den Angaben zufolge eigene Kinder.

Die Frage, wie gut sich die Arbeit als freiberuflich tätige Ärztin mit einer Familie vereinbaren lässt, musste nach dem Schulnoten-System beantwortet werden (1= sehr gut; 6= schlecht). Zwar sieht demnach eine Mehrheit von 58 Prozent eine sehr gute, gute oder zumindest befriedigende Vereinbarkeit. Ein großer Teil der Ärztinnen hat demzufolge aber eine andere Auffassung. Dies zeigte sich ebenfalls deutlich bei der Frage, ob die Politik und/oder die ärztliche Selbstverwaltung Schritte unternehmen sollten, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der ambulanten medizinischen Versorgung zu verbessern: 77 Prozent der Ärztinnen sind überzeugt, dass sie dringend nötig wäre. Nur 13 Prozent halten das für unnötig, 10 Prozent sind unentschlossen.

Als deutliches Problem wird die Honorarsituation gesehen. Der änd befragte die Mitgliederinnen, wie sie den Wahrheitsgehalt des folgenden Satzes einschätzen: "Die Arbeit als freiberuflich tätige Ärztin ist finanziell nur zu leisten, wenn ein ebenfalls berufstätiger (Ehe-)Partner da ist, der auch Geld verdient." Die Antworten erfolgten erneut nach dem Schulnotensystem (1= ich stimme voll zu; 6= ich stimme überhaupt nicht zu). Als völlig unsinnig bewerteten demnach lediglich 24 Prozent der Ärztinnen diesen Satz. Eine knappe Mehrheit von 52 Prozent stimmten mit den Noten 1 bis 3 deutlich zu.

Das Honorar findet sich auch in der Gesamtauswahlliste der Faktoren, die aus Sicht der Ärztinnen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Arztpraxis am stärksten belasten. Allerdings erst an dritter Stelle: An erster Stelle wurde fehlende Freizeit (27 Prozent) angegeben, gefolgt von zu viel Stress am Arbeitsplatz (21%). Schließlich folgt das als zu gering empfundene Honorar (18 %) sowie die oft zu unflexibel planbaren Arbeitszeiten (12%) und die Not- und Bereitschaftsdienste (11%).

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