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ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1 arbeiten an Nachfolger für den Deutschen Fernsehpreis // WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn: "Es geht um einen Umbau, nicht um einen neuen Anstrich"

Köln (ots) - Am 2. Oktober wird zum letzten Mal der Deutsche Fernsehpreis in bekannter Form verliehen. Die Stifter der Auszeichnung wollen einen grundlegenden Umbau vornehmen, um das Fernsehen in seiner ganzen Breite abbilden zu können. Im Exklusiv-Interview mit dem Medienmagazin DWDL.de erklärt WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn, der in diesem Jahr die Federführung beim Deutschen Fernsehpreis übernommen hat, wie der neue Preis aussehen könnte.

Der in diesem Jahr vom WDR stellvertretend für die ARD ausgerichtete Deutsche Fernsehpreis mit dem Moderationstrio Sandra Maischberger, Klaas Heufer-Umlauf und Hans Sigl markiert ein vorläufiges Ende. "Es wird die letzte Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in genau dieser Form sein", sagt WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn, der in diesem Jahr die Federführung beim Deutschen Fernsehpreis übernommen hat, im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de. "Die Beiräte und Stifter des Preises haben lange beraten und entschieden, dass wir noch im September eine Produzentenausschreibung auf den Weg bringen für einen neuen Fernsehpreis, der in vielen Punkten anders sein soll."

Eine Produzentenausschreibung soll in den nächsten Wochen Ideen aus der Branche sammeln, doch auch die Stifter und Beiräte des Deutschen Fernsehpreises - der von ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1 getragen wird - haben bereits eine konkrete Idee in den Raum gestellt. "Wir können uns vorstellen, künftig einen Abend für die Fernsehmacher zu veranstalten, der als interne Veranstaltung eine Ehrung für weitaus mehr Preisträger in mehr Kategorien ermöglicht. Und an einem zweiten Abend folgt eine TV-Gala, die das Fernsehjahr Revue passieren lässt und in der weniger Preise als bisher verliehen werden. Da reden wir von Auszeichnungen für Akteure und Produktionen in Kategorien, die für die Zuschauer am interessantesten sind", erklärt Schönenborn.

Eine solche Zweiteilung in eine TV-Gala einerseits und einen Abend für die Branche andererseits gibt es beispielsweise auch bei den Primetime Emmys, dem US-amerikanischen Fernsehpreis. Damit verbunden ist eine Ausweitung des Kategoriensystems. Der WDR-Fernsehdirektor im DWDL.de-Interview: "Wir wollen die verschiedenen Professionen und Genres des deutschen Fernsehens umfassend abbilden. Das war - wenn wir den letzten Turnus mal ausnehmen - die große Stärke des Deutschen Fernsehpreises, der den Anspruch hat, das Medium in seiner ganzen Breite zu repräsentieren und nicht nur die Fiktion oder Information oder Unterhaltung. Das macht den Preis so wertvoll - deshalb darf man ihn nicht aufgeben."

Wichtig ist für Schönenborn, dass bei der Planung des neuen Fernsehpreises die Prioritäten stimmen. "Es geht um einen Umbau, nicht um einen neuen Anstrich. Die Auszeichnung braucht vielleicht sogar einen neuen Namen, aber das steht für uns hintenan. Zuerst muss die Architektur des Preises stehen. Eine Kritik am Deutschen Fernsehpreis, die wir oft gehört haben, war ja, die Preisverleihung sei überfrachtet, zu lang und so mancher aus der Branche fände sich in der TV-Gala nicht wieder. Wenn wir im Rahmen eines neuen Fernsehpreises also mehr Kategorien haben wollen, dann muss man ihn in zwei Schritten verleihen."

Eine endgültige Entscheidung über einen neuen Fernsehpreis wollen die Stifter, also ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1, aber erst treffen, wenn ein überzeugendes Konzept vorliegt. "Der Zeitplan sieht vor, dass wir im November hoffentlich viele gute Ideen vorliegen haben, es dann einen Pitch gibt und wir Anfang des neuen Jahres so weit sind zu sagen: Ja, es gibt ein tragfähiges Konzept und einen Nachfolger für den Deutschen Fernsehpreis", so Schönenborn im Gespräch mit DWDL.de.

Das gesamte Wortlaut-Interview mit WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn finden Sie online beim Medienmagazin DWDL.de: http://www.dwdl.de/interviews/47589/es_geht_um_einen_umbau_nicht_um_einen_neuen_anstrich/

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