Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Aktionstage für gesund Haut - Wegen Hauterkrankungen müssen viele Beschäftigte Ihren Beruf wechseln

Berlin (ots) - Oft beginnt es mit einer kleinen schuppigen Veränderung der Haut und mündet in einem Ekzem, mit blutigen Rissen und chronisch juckenden Stellen. 44 Prozent aller bestätigten Berufskrankheiten sind Hauterkrankungen, viele Betroffene müssen deswegen ihren Beruf wechseln. In der Bauwirtschaft sind Hauterkrankungen bei jungen Erwerbstätigen zwischen 15 und 25 Jahren sogar die häufigste bestätigte Berufskrankheit. Um Hauterkrankungen vorzubeugen demonstrierte die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) an mehreren Aktionstagen bis zum 25. September 2008 vor bundesweit zirka 1.000 Auszubildenden aus sechs Ausbildungszentren wie man sich gegen Hauterkrankungen schützen kann. Die Aktionstage waren einer der Höhepunkte im Rahmen der laufenden Kampagne "Deine Haut. Die wichtigsten 2m² Deines Lebens" der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherungen.

Zahlreiche Betriebsberatungen der BG BAU im Rahmen der Kampagne haben gezeigt, dass Erfolge im Hautschutz schon nach wenigen Wochen möglich sind. Diese Erkenntnis möchte die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft dem Nachwuchs in den Überbetrieblichen Ausbildungsstätten vermitteln und sie zum Hand- und Hautschutz im privaten und beruflichen Umfeld motivieren: Mit zahlreichen praktischen Aktivitäten, die alle Sinne ansprachen, konnten angehende Baufachleute die Aufgaben der Haut kennen lernen. Zudem erfuhren sie, wie man Belastungen für die Haut erkennt. Spielerisch lernten sie, welcher Hautschutz bei welchen Arbeiten wichtig ist und wie man zum Beispiel Handschuhe fachgerecht an- und auszieht. Es zeigte sich, dass sogar geübt werden muss, wie man sich die Hände richtig einkremt.

Hauterkrankungen treten bei vielen Berufsgruppen der Bauwirtschaft auf und erscheinen als Rötungen, Bläschen oder Ekzeme. Bei Fliesen- und Estrichlegern, Maurern sowie Steinmetzen wird dieses durch mechanische Einflüsse wie Sand, Gefahrstoffe oder stark alkalischen Zement ausgelöst. Im Reinigungsgewerbe sind es Mittel mit saurer oder alkalischer Wirkung, organische Löse- oder Desinfektionsmittel. Maler und Lackierer haben häufig Kontakt mit Allergie auslösenden Stoffen wie Epoxidharzen. Für die Betroffenen sind Schmerzen, unattraktives Aussehen, vor allem der Hände sowie Einbußen der Lebensqualität in Beruf und Freizeit die Folge.

In vielen Fällen sind die Hautschäden so groß, dass die Beschäftigten ihre Berufstätigkeit aufgeben und umgeschult werden müssen. Eine Besserung am Bau sei nur in Sicht, wenn sich das Verhalten vieler Beschäftigter ändere, so die BG BAU: Durch den Einsatz von Hautschutzmitteln vor der Arbeit, richtige Handschuhe während der Tätigkeit sowie Hautpflegecremes danach. Der Hand- und Hautschutz müsse dabei auf den jeweiligen Arbeitsstoff abgestimmt werden.

Bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften wurden im Jahr 2007 über 16.000 Anzeigen auf Verdacht einer Hauterkrankung eingereicht. In mehr als 9.700 Fällen war der Zusammenhang zwischen Beruf und Hautkrankheit nachgewiesen. Bei jungen Erwerbstätigen nehmen Hautkrankheiten gegenüber anderen beruflich bedingten Erkrankungen sogar einen Anteil von über 90 Prozent ein.

Vorbeugen ist wichtig, auch aus finanziellen Gründen, denn Hautkrankheiten sind teuer: Am Bau verursachen sie nach asbestbedingten Erkrankungen die meisten Kosten. Im Jahr 2007 zahlte allein die BG BAU über 21 Millionen Euro für Heilbehandlungen, berufliche Rehabilitation, Renten und Abfindungen. In den zehn Jahren zwischen 1998 und 2007 hatte die BG BAU dafür insgesamt 269 Millionen Euro aufzubringen. Dabei ist die Tendenz steigend. So ist die Zahl der bestätigten Berufskrankheiten seit dem Vorjahr um mehr als zehn Prozent angestiegen. Dieser Entwicklung will die Kampagne entgegen wirken.

Pressekontakt:

Bernd Kulow
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