Wertekommission

Werteorientierung hat für Führungskräfte in Deutschland auch nach der Wirtschafts- und Finanzkrise Hochkonjunktur
Studie der Wertekommission zeigt weiter steigende Relevanz von Werten in Unternehmen

Bonn (ots) - Gelebte Werte als Führungsinstrument und als Weg zu höherer und nachhaltigerer Wertschöpfung spielen für Führungskräfte in deutschen Unternehmen auch nach der Überwindung der Wirtschafts- und Finanzkrise eine immer wichtigere Rolle. Werte werden nicht als konjunkturelles Phänomen angesehen, sondern als struktureller Faktor, der die Unternehmensentwicklung maßgeblich mit beeinflusst. Zugleich sind nach Ansicht der Führungskräfte die Chancen heute - trotz weiterhin bestehender Defizite - besser denn je, Werte im Unternehmensalltag umzusetzen.

Dies sind zentrale Ergebnisse der 3. Führungskräftebefragung der "Wertekommission - Initiative Werte Bewusste Führung e.V.", die in Zusammenarbeit mit der VALORESS Strategieberatungsgesellschaft durchgeführt worden ist. Befragt wurden dabei rund 300 Führungskräfte aus allen Altersgruppen. Die Befragung fand in der ersten Jahreshälfte 2010 statt, also nachdem die wirtschaftliche Erholung bereits an Fahrt gewonnen hatte und die akute Krise gemeinhin als überwunden galt.

"Die nunmehr dritte Führungskräftebefragung der Wertekommission seit 2007 belegt erneut, dass die Relevanz von Werten in der Wirtschaft als Führungs- und Steuerungsinstrument stetig steigt, nicht zuletzt getrieben durch die immer eindeutigere Erwartungshaltung von Kunden und Gesellschaft an die Unternehmen", erklärt Kai Hattendorf, Vorstandsmitglied der Wertekommission und Co-Autor der Studie. "Die Befragung zeigt eindeutig, dass Werteorientierung endgültig von der Peripherie ins Zentrum der Unternehmen gerückt ist. Werte schaffen Wert, das gilt für Führungskräfte in Deutschland heute mehr denn je." "Die Studie zeigt zudem, wie wichtig es ist, Werte im Führungskontext operationalisierbar zu gestalten", so Dr. Hubertus Zilkens von VALORESS.

Im Zeitablauf weitgehend stabil ist das Wertegerüst der Führungskräfte. Was vor der Krise galt, gilt jetzt erst recht. So sind Respekt, Fairness und Integrität weiterhin zentrale Attribute, die für Führungskräfte von Bedeutung sind. Für eine nachlassende Werteorientierung nach der Krise liefert die Befragung keine Indizien - im Gegenteil. Die Entschlossenheit der Führungskräfte hat deutlich zugenommen, sich für Werte im Unternehmensalltag einzusetzen, im Zweifelsfall auch gegen eine vermeintliche betriebswirtschaftliche Logik. Umgekehrt ist die Bereitschaft zu Kompromissen bei Defiziten in der Werteorientierung bzw. bei konkreten Verletzungen von zentralen Werten im Unternehmensalltag vergleichsweise gering ausgeprägt. Führungskräfte sind auch zunehmend bereit, Missstände offen anzusprechen. So plädieren nur 27,8 Prozent der Führungskräfte für die Einrichtung einer anonymen Ansprechstelle bei Fehlverhalten von Vorgesetzten oder Kollegen - ein bemerkenswerter Ausdruck einer auf Transparenz basierenden Wertekultur. In diesem Sinne hat auch der Kernwert "Mut" für die Befragten eine neue Konnotation erhalten.

Eine weitere gute Nachricht in diesem Zusammenhang: Rund zwei Drittel aller Befragten sind der Meinung, generell hätten sich die Chancen zur Umsetzung von Werten in ihren Unternehmen verbessert. Die Unternehmen kommen damit zunehmend in der dritten Phase wertebewussten Handelns an: Wurden vor Jahren zuerst mit der Belegschaft Werte definiert und postuliert, so kam es dann - befeuert durch eine Reihe öffentlich breit diskutierter Fälle von Fehlverhalten einzelner Top-Manager - zur internen wie externen Glaubwürdigkeitsprüfung der so erstellten Wertesysteme. Heute sind in vielen Fällen Wertvorstellungen in Unternehmen erarbeitet, vermittelt und akzeptiert - und darüber hinaus oft auch in die Entlohnungssysteme implementiert. Gleichzeitig steigt der Druck von außen, von Kunden wie von sonstigen Stakeholdern - auf die Unternehmen, die sich dem Thema verweigern.

Eine weitere neue Tendenz gegenüber früheren Befragungen: Der Wertebezug ist konkreter geworden, Führungskräfte fühlen sich der Gesellschaft verpflichtet - wobei für zwei Drittel der Befragten das soziale Engagement im Mittelpunkt steht. Wenn es darum geht, welchen Beitrag gelebte Unternehmenswerte zur Lösung gesellschaftlicher Probleme leisten, zeichnet sich darüber hinaus eine gewachsene Erwartungshaltung ab: Die Unternehmen sollen sich aus Sicht ihrer Führungskräfte nicht nur aktiv an der Umsetzung von Nachhaltigkeits-Prinzipien, etwa im Bereich Umwelt, und für die Bildung engagieren (wobei sich unternehmerischer Nutzen und gesellschaftlicher Ertrag gegenseitig befruchten würden). Darüber hinaus aber sind die Unternehmen aus Sicht der Führungskräfte der Schlüssel für eine aktivere und stärker engagierte Gesellschaft insgesamt. Neu ist aber auch der Ruf nach dem Staat. Das Eingreifen der Bundesregierung in der Bankenkrise hat offenbar einen positiveren Eindruck hinterlassen als zu vermuten schien. Rund ein Drittel der befragten Führungskräfte halten ein staatliches Eingreifen in Krisenzeiten für gerechtfertigt - womit der Staat indirekt auch als Garant von Unternehmenswerten in Anspruch genommen wird.

Insgesamt zeigt die Studie, dass für Führungskräfte in der Wertestruktur der Unternehmen kein kurzfristiger Reparaturbedarf besteht, sondern ein struktureller Reorganisationsbedarf. "Werte werden in den großen Kontext von Marktveränderungen, gesellschaftlichen Trends und Mentalitätsveränderungen gestellt. Während frühere Studien den engen Zusammenhang zwischen persönlichen und im Unternehmen erlebbaren Werten herausgestellt haben, müssen nun die Kreise weiter gezogen werden", erklärt Co-Autor Mathias Bucksteeg, ebenfalls Vorstandsmitglied der Wertekommission. "Die Führungskräfte haben erkannt, dass ihre Unternehmen sich nicht unabhängig von Fragen wie Bildung und sozialer Gerechtigkeit bewegen können. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat den Blick dafür deutlich geschärft."

Über die Wertekommission:

Seit ihrer Gründung im Jahr 2004 ist der Begriff "Wertekommission" zum Markenzeichen geworden. Der Untertitel "Initiative Werte Bewusste Führung" macht das Anliegen des Vereins noch klarer: Die Wertekommission, die auf dem ehrenamtlichen Engagement jüngerer Führungskräfte aus verschiedenen deutschen Unternehmen basiert, tritt dafür ein, dass sich Werte als Grundlage modernen Managements und erfolgreicher Führung durchsetzen. Die von der Wertekommission definierten sechs Kernwerte sind Nachhaltigkeit, Integrität, Vertrauen, Verantwortung, Mut und Respekt. Sie wurden auf mittlerweile 25 so genannten Werteforen intensiv diskutiert und geschärft, neu gefasst und wieder überarbeitet. Die sechs Kernwerte bilden die Grundlage der Arbeit der Wertekommission, die neben den Werteforen Führungskräftebefragungen initiiert und Bücher zum Thema Werteorientierung publiziert, zuletzt "Ihre Werte, bitte!", erschienen 2010 beim Gabler-Verlag.

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   Wertekommission - Initiative Werte Bewusste Führung e.V. 
   Geschäftsstelle Bonn 
   Tel. 0228-2425941,
geschaeftsstelle@wertekommission.de 

Über VALORESS:

Seit seiner Gründung im Jahr 2005 berät die VALORESS Strategieberatungsgesellschaft in den Bereichen Werte, Marke und Führung Führungskräfte mittelständischer Unternehmen und Konzerne. Die thematische Verzahnung der drei Unternehmensbereiche Strategie, Personal und Marketing/Vertrieb ist ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal von VALORESS. Grundlage der Beratungstätigkeit von VALORESS ist die Operationalisierung des abendländischen Denkgebäudes. Seine Beratung orientiert sich streng an dem Erfahrungswissen einer zwei Jahrtausende währenden abendländischen Tradition. VALORESS bekennt sich zu dem Satz: Zukunft braucht Herkunft

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Pressekontakt:

Pressekontakt Wertekommission:
Sven Korndörffer, Tel. 0172-291 3333 (Vorstandsvorsitzender)
Mathias Bucksteeg, Tel. 0178-7030669 (Co-Autor + Vorstandsmitglied)
Kai Hattendorf, Tel. 0171-5441198 (Co-Autor + Vorstandsmitglied)

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