Bundesvereinigung Lebenshilfe

Rechte werden Wirklichkeit - Weltkongress mit 2300 Teilnehmern hat die UN-Behindertenrechtskonvention zum Thema - Bundesministerin von der Leyen kommt zur Eröffnung

Berlin (ots) - Mehr als 2300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 72 Nationen werden beim Weltkongress "Inklusion - Rechte werden Wirklichkeit" vom 16. bis 19. Juni in Berlin dabei sein. Darunter Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Angehörigen, Entscheider aus Politik und Ministerien, Fachleute der Behindertenhilfe, Haupt- und Ehrenamtliche. Zur Eröffnung im Estrel Convention Center (ECC) spricht Bundessozialministerin Ursula von der Leyen, Bundeskanzlerin Angela Merkel übermittelt eine Grußbotschaft über Videoleinwand. Hochrangige internationale Gäste sind Shuaib Chalklen (UN-Sonderberichterstatter über Behinderung, Südafrika) und Jan Jarab (Regionaler Vertreter des UN-Hochkommissars für Menschenrechte, Belgien). Zu den 170 Referenten gehören die rheinland-pfälzische Sozialministerin Malu Dreyer und der Präsident des Bundessozialgerichts, Peter Masuch.

Erstmals findet in Deutschland ein Kongress statt, der Menschen mit geistiger Behinderung und Akteure der Behindertenhilfe aus aller Welt zusammenführt. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe und ihr europäischer Dachverband Inclusion Europe sind die Ausrichter des 15. Weltkongresses von Inclusion International.

Schwerpunkt des Kongresses ist die Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Mit der Ratifizierung durch Bundestag und Bundesrat im März 2009 erlangte dieses internationale Regelwerk auch für Deutschland Rechtskraft. Auf dieser Grundlage fordern derzeit landauf, landab Eltern behinderter Kinder ein inklusives Bildungssystem. Sie möchten zwischen einer "Schule für alle" und der Förderschule wählen können.

Der Kongress soll dazu beitragen, die Bedeutung der UN-Behindertenrechtskonvention zu verstehen und die Umsetzung dieser globalen Rechte voranzutreiben. Folgerichtig trägt der Kongress das Motto "Inklusion - Rechte werden Wirklichkeit!"

Inklusion, Teilhabe und Barrierefreiheit spiegeln sich nicht nur thematisch im Programm wieder. Viele der rund 60 Einzelveranstaltungen werden in leichter Sprache angeboten und sind damit für die mehr als 800 Teilnehmer mit geistiger Behinderung zugänglich. Unterstützt werden die behinderten Menschen durch freiwillige Helfer, Studenten der Humboldt-Universität und der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin.

Bei einer Gala zum 50-jährigen Bestehen des Weltverbandes "Inclusion International" am 18. Juni werden Künstler mit und ohne Behinderung auftreten. ZDF-Moderator Cherno Jobatey führt gemeinsam mit Juliana Götze durch den Abend. Juliana Götze ist eine junge Berliner Schauspielerin mit Down-Syndrom, die 2009 in einer Hauptrolle der ARD-Krimi-Serie "Polizeiruf 110" neben den TV-Kommissaren Michaela May und Edgar Selge glänzte.

Gleich im Anschluss an den Weltkongress tritt die Generalversammlung von Inklusion International zusammen, um einen Nachfolger für die scheidende Präsidentin Diane Richler (Kanada) zu wählen. Einziger Kandidat ist der 63-jährige Klaus Lachwitz, Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe in Deutschland.

Mehr Informationen gibt es unter: www.inclusion2010.de und www.lebenshilfe.de.

Der 15. Weltkongress von Inclusion International wird gefördert durch: das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Europäische Kommission, die AKTION MENSCH, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft CURACON und VW Nutzfahrzeuge.

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