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neues deutschland: Kommentiert: »March for Science«

Berlin (ots) - Demonstrierende Wissenschaftler sind ein eher seltenes Phänomen. Denn insbesondere Naturwissenschaftler sehen ihre Berufung ja in der eher unpolitischen Suche nach Wahrheit. Dumm nur, dass die Wahrheit sich zu guter Letzt nicht selten doch als politische Angelegenheit erweist. Gerade autoritäre Regierungen sehen unabhängige Forschung als Bedrohung. Denn auch in den vermeintlich aufgeklärten Ländern dieser Welt dominiert in der Politik die Praxis, sich bei der Wissenschaft wie in einem Steinbruch die Stücke herauszunehmen, die ins eigene Weltbild passen. Wenn am Wochenende Wissenschaftler gegen die Gängelung durch die Politik und den Missbrauch wissenschaftlicher Erkenntnisse durch verschiedenste Interessengruppen auf die Straße gehen, dann ist ihr Gegenspieler längst nicht überall so eindeutig auszumachen wie etwa in despotisch regierten Staaten. Und so sind die Beweggründe der beteiligten Wissenschaftler vielfältiger, als es manchem Sympathisanten von Protesten gegen die Trump-Regierung in den USA gefallen dürfte. Da finden sich neben Forschern, die die Ignoranz gegenüber den bereits stattfindenden Klimaveränderungen satt haben und Medizinern, die sich gegen die selektive Wahrnehmung der Forschungsergebnisse durch Impfgegner wenden, auch Befürworter einer Renaissance der Kernenergie oder Agrarwissenschaftler, die bei den Gentechnikgegnern wissenschaftliche Argumente vermissen.

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