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neues deutschland: Diskussion nach dem Anschlag von Ansbach: Rechtsradikale Todesengel

Berlin (ots) - Unlängst ließ ein gewisser Meinungsträger vom Stapel: Am liebsten würde der »Islamische Staat« in Deutschland linksgrüne Volksversiffer an die Macht hieven. Dann stünde das Land wehrlos vor der Eroberung. Nun, da die grausige Terrortruppe symbolisch in den Vorwahlkampf eingegriffen hat, muss man sich den Unsinn dieser Behauptung noch einmal vor Augen halten. Der »IS« ist erstens selbst rechtsradikal - gegen individuelle Freiheit, für überkommene Herrschaftsverhältnisse. Nichts braucht er zweitens so sehr wie den Sieg der Rechten in Europa. Den Triumph des Rassismus, der Antichristen à la Warschau und Budapest. Nur als Gegner eines imaginierten Kreuzrittertums ist er stark. Er will »den Westen« nicht von innen erweichen, sondern zu maximaler Härte provozieren. Dass dies gerade Muslime trifft, ist ihm egal. Fast alle derselben gelten den Todesengeln aus der syrisch-irakischen Hölle ohnehin als räudige Sünder. Nicht »Gutmenschen« besorgen nolens volens sein Geschäft, sondern Rechtsausleger, die jetzt etwa ein Asylmoratorium gegen Muslime fordern. Oder Pseudolinke, die gegen »Islamversteher« hetzen. Bekämpft wird der IS dagegen von allen, die das Kreuzzugphantasma durch Nächstenliebe durchkreuzen und für ein Ende aller Aktivitäten stehen, die den Syrienkrieg verlängern. Diese klare Haltung wird man noch brauchen in den kommenden Monaten. Denn der IS weiß leider, wie seine unfreiwilligen Bataillone zu alarmieren sind.

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