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neues deutschland: über die 
anschwellende Präsidenten-Debatte

Berlin (ots) - Noch ist Joachim Gauck nicht ausgezogen aus dem Präsidentenschloss Bellevue; noch hat er nicht einmal der Bundeskanzlerin erklärt, was er vorhat. Aber schon wird er in der Öffentlichkeit wie ein Mann von gestern behandelt. Um Gauck geht es eigentlich gar nicht mehr; nur noch um die Nachfolge. Die allerdings hat es in Zeiten der parteipolitischen Erschütterungen in sich. Denn wie neuerdings die Landtage, so wird auch die Bundesversammlung zunehmend unübersichtlich. Zwar hätte die Große Koalition in dem Gremium eine klare Mehrheit, das den Bundespräsidenten wählt - aber was zählen zwei Drittel Schwarz-Rot, wenn sich die Partner nicht über den Weg trauen und schon jetzt jeder an die viel wichtigere Bundestagswahl nächstes Jahr denkt?

Da ist es taktisch schlau, wenn die Linkspartei erneut den rot-rot-grünen Köder auswirft, wie sie es zuletzt auch in der Kanzlerfrage getan hat. Aber ob jemand anbeißt? Die Grünen haben nach der Regierungsbildung in Stuttgart ganz andere Tagträume, (Schwarz und Grün hätten sogar eine Mehrheit in der Bundesversammlung). Und was von den linken Anwandlungen des SPD-Chefs Gabriel bleibt - wer weiß? Ohne reale Machtoption nach Inhalten und Wahlaussichten dürfte ein rot-rot-grüner Anlauf in Richtung Präsidentenamt eine Schimäre bleiben.

Doch noch hat Gauck sich ja nicht geäußert. Dazu wäre kurz und knapp zu sagen: Einmal Gauck ist eigentlich genug. Fröhlichen Ruhestand!

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