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neues deutschland: Österreich-Wahl: Zwei Sieger, zwei Verlierer

Berlin (ots) - Der unabhängige Kandidat Alexander Van der Bellen hat sich mit Hilfe der Briefwahlstimmen gegen den Rechtspopulisten Norbert Hofer durchgesetzt. Österreichs Bundespräsidentenwahl hat jedoch mehr als einen Sieger und einen Verlierer hervorgebracht. Der FPÖ-Kandidat hat demonstriert, dass seine Partei und damit nationalistische wie rassistische Positionen ein massives Mobilisierungspotenzial haben - fast die Hälfte der Wähler hat schließlich für Hofer gestimmt. Die Blauen gehörten nicht nur nach dem ersten Wahlgang zu den Gewinnern, als Hofer auf 14 Prozent Vorsprung kam, dies gilt auch für den äußerst knappen Ausgang der Stichwahl. Konsequenzen müssen nun allen voran die Verlierer des ersten Wahlgangs, die SPÖ und ÖVP, ziehen. Diejenigen, die bisher keine FPÖler waren, Hofer nun aber trotzdem fast zum Präsidenten gemacht haben, könnten als Wähler zurückgewonnen werden. Dafür die flüchtlings- und Europa-feindlichen Positionen der FPÖ zu übernehmen, mag ein logischer Schluss sein. Dass diese Strategie zu kurz gedacht ist, zeigten aber gerade die jüngsten Wahlergebnisse, die die einstigen Volksparteien marginalisierten. Diese Wahl hat Österreich verändert - dieser Satz mag banal klingen und er kann nur der Beginn der Analyse der Bundespräsidentenwahl bleiben. Das große Interesse an der Stichwahl - und an der langwierigen Auszählung - gilt es nun zu nutzen, um die Menschen in Österreich zu Gewinnern zu machen.

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