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neues deutschland: Zu den aktuellen Tarifauseinandersetzungen

Berlin (ots) - Alle paar Jahre wiederholt Angela Merkel den Satz, Deutschland gehe es so gut wie lange nicht mehr. Dies bezieht die Kanzlerin auf die hierzulande vorerst überwundene Wirtschaftskrise. Doch obwohl sich die deutsche Konjunktur gut entwickelt und die Steuereinnahmen vergleichsweise hoch sind, kommt der Aufschwung bei vielen nicht an. Das liegt nicht nur an der Sozialpolitik, die zahlreichen Abhängigen von staatlichen Leistungen kein menschenwürdiges Leben ermöglicht, sondern auch an der Lohnpolitik des Staats und diverser privater Unternehmen. Diese weigern sich in vielen Bereichen, angemessene Gehälter zu zahlen. Zu beobachten ist dies etwa beim Tarifstreit im öffentlichen Dienst sowie in den Auseinandersetzungen um höhere Einkommen in der Metall- und Elektroindustrie. Die sogenannte Arbeitgeberseite zählt zu den wenigen großen Profiteuren des Aufschwungs. Trotzdem macht sie lediglich niedrige Angebote, die wegen der erwarteten Inflation nur minimale Verbesserungen oder sogar einen Reallohnverlust für die Beschäftigten bedeuten würden. Es ist also verständlich, dass die Gewerkschaften dem nicht zustimmen wollen. Wenn sich die Vertreter der Lohnabhängigen in nächster Zeit am Verhandlungstisch nicht durchsetzen sollten, ist eine Ausweitung der Streiks dringend notwendig. Sie sind in der derzeitigen Situation das geeignete Mittel, um zumindest etwas mehr Gerechtigkeit für die Werktätigen zu erzwingen.

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