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neues deutschland: über Übergänge vom Arbeitsleben in die Rente

Berlin (ots) - Ist es nun eine gute Nachricht oder eine schlechte, dass Rentner demnächst nach dem offiziellen Berufsleben weiterarbeiten können? Einerseits ist es selbstverständlich jedem zu gönnen, der einen Teil seines Ruhestands an der Werkbank, auf der Baustelle oder im Büro verbringen möchte. Andererseits stellt sich angesichts rasant steigender Altersarmut die Frage, ob die Entscheidung für eine solche Nebenbeschäftigung wirklich immer freiwillig getroffen wird. Viele Rentner wollen nämlich nicht etwa länger arbeiten - sie müssen. Der Zuverdienst ist besonders für Frauen mit kindererziehungsbedingten Lücken im Erwerbsleben oder Menschen, die lange im Niedriglohnsektor beschäftigt waren, oft die einzige Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Sie sollen künftig sogar die Möglichkeit bekommen, Beiträge zur Rentenversicherung zu zahlen und somit ihr Ruhestandsgeld auch nach dem offiziellen Arbeitsleben zu erhöhen. Die Kehrseite der Medaille: Unternehmen, die Rentner beschäftigen, müssen für diese keine Sozialabgaben mehr leisten. Das könnte Arbeitgeber dazu verleiten, bei Bewerbungen die billigeren Ruheständler zu bevorzugen. Vermutlich hatte die Koalition weniger das Wohl der Rentner als vielmehr jenes der Wirtschaft im Sinn. Für die Union, die die Flexirente erzwungen hat, war Flexibilität ja immer schon eine Einbahnstraße und nur dann erstrebenswert, wenn sie den Unternehmen mehr Möglichkeiten zum Geldverdienen eröffnete.

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