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neues deutschland: In Armut geeint - zur Bertelsmann-Studie über soziale Gerechtigkeit in der EU

Berlin (ots) - »In Vielfalt geeint« - dieses Motto gab sich die EU einst. Es war der Siegesspruch eines Schülerwettbewerbs in den Mitgliedsstaaten. In den letzten Jahren gaben die sich redlich Mühe, das Motto mit Leben zu füllen - und vor allem die jüngere Generation zu Verlierern zu stempeln. Ob prekär beschäftigt in Madrid, ganz ohne Job in Rom oder ohne Perspektive in einem »sozialen Brennpunkt« von Tampere bis Thessaloniki - immer größere Teile von Europas Jugend sind in Armut geeint. Und sie kann nicht einmal neidisch auf die Älteren blicken, denn wenn die Studie der Bertelsmann-Stiftung eine wachsende Kluft zwischen den Generationen in Europa feststellt, heißt das nicht, dass die Älteren Gewinner wären. Drastisch formuliert: Die Renten- und Pensionsansprüche der Älteren können gar nicht so schnell gekürzt werden, wie die Chancen der Jüngeren wegbrechen. All die Kürzungen, ob im Gesundheitswesen oder in der Bildung, wahlweise unter den Labels »Krisenbewältigung« oder »Schwarze Null«, führen dabei nicht nur zu wachsender Armut innerhalb der EU - sie sind selbst bei konsequent wirtschaftsfreundlicher Logik widersinnig: Die wirtschaftlich stärksten Staaten in der EU sind die, in denen die soziale Gerechtigkeit im Vergleich am stärksten ausgeprägt ist. Gesund und gut ausgebildet lebt es sich nicht nur besser, es ließe sich auch besser fürs Wachstum schuften. Aber vielleicht ist die Jugend Europas nur noch für Mottowettbewerbe à la »Unsere Jugend - unsere Zukunft!« gut, über die die Alten nicht mal müde lächeln können.

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