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neues deutschland: Streit unter Flüchtlingen in Suhl: Falsche Richtung

Berlin (ots) - Der »Kampf der Kulturen« ist in deutschen Flüchtlingslagern angekommen - und das nicht erst seit den jüngsten Ausschreitungen in Suhl. Schon vorher sind Menschen aus dem subsaharischen Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten sowie den ehemaligen Sowjetrepubliken zum Teil heftig aneinandergeraten. Der Grund dieses Mal: Ein Afghane hat die heiligen Verse des Korans in einer Toilette versenkt. Ein respektloses Verhalten, das - gerade wegen der aggressiven Stimmungsmache gegen den Islam - nicht zu tolerieren ist. Eine Rechtfertigung, eine regelrechte Jagd auf den Mann zu veranstalten, ist sein törichtes Verhalten jedoch nicht. Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (LINKE) plädiert nun für eine Unterbringung der Asylbewerber nach ihrer ethnischen Herkunft. Das ist ein pragmatischer Vorschlag, der den zur Zeit enorm hohen Druck aus dem Kessel nehmen könnte. Und das ist verständlicherweise im Moment Ramelows dringendstes Interesse. Wenn aber Muslime aus Syrien in dem einen Heim einquartiert werden, Christen aus Nigeria hingegen in dem anderen, dann findet bereits im Kleinen statt, was im Großen seit geraumer Zeit Realität ist: die Segregation von Menschen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund. Dieses Nebeneinander findet sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Einwanderungsländern wie den USA. Ziel muss aber ein Miteinander der verschiedenen Kulturen sein. Dafür stellt Ramelows Ansatz die Weichen in die falsche Richtung.

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