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neues deutschland: Zum CDU-Mitgliederentscheid in Berlin und der Rolle Frank Henkels darin

Berlin (ots) - Putzig ist es ja schon, wie verzweifelt die CDU nach Wegen sucht, bei weltoffenen Wählern zu punkten, ohne ihre stockkonservative Kernklientel zu verschrecken. Als großen Coup verkaufte Unionschef Frank Henkel im Juni seine Idee einer Mitgliederbefragung zur »Ehe für alle«. Er selbst machte nie ein Hehl aus seinem Wunsch, die Vermählung zwischen Mann und Frau »weiter zu privilegieren«. Durch den innerparteilichen Stimmungstest hoffte er sich zugleich als toleranter Großstädter darstellen zu können. Mit dem nun präsentierten Ergebnis ist das Kalkül des alten Schlawiners aufgegangen: Wer zur Beantwortung einer simplen Entscheidungsfrage sieben (!) Antwortmöglichkeiten auflistet, will ohnehin nichts anderes erreichen als ein uneindeutiges Resultat. Seine seit Monaten lancierte Botschaft kann Henkel nun weiter inbrünstig hinausposaunen, ohne sein eigenes Weltbild zu hinterfragen: Sogar wir in der Union debattieren über dieses einst sakrosankte Thema! Denn natürlich weiß auch die CDU, dass sich die »Ehe für alle« eher früher als später durchsetzen wird. Freundlichen Hardlinern wie Frank Henkel geht es in diesem Prozess vor allem darum, die konservativen Kräfte zu bündeln - und darum, den homophob-rechtspopulistischen Dunstkreis dabei zumindest im Augenwinkel zu behalten.

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