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neues deutschland: Der NATO-Gipfel und Russland: Pappkameraden

Berlin (ots) - Das »Familienfoto« des NATO-Gipfels wurde vor symbolträchtiger Kulisse geschossen - ein »Eurofighter« stärkte den Staats- und Regierungschefs der Allianz den Rücken. Allerdings war der, im Unterschied zu anderem auf dem Golfplatz des Tagungshotels zur Schau gestellten Kriegsgerät - nur aus Pappmaschee. Gar nicht von Pappe sind die Beschlüsse dieses schon im Vorfeld als historisch eingestuften Treffens des weltweit größten Militärbündnisses: Es beschloss ein Aktionsprogramm für seine osteuropäischen Mitglieder und die Installierung einer neuen Eingreiftruppe, fitter und flexibler als die bestehende und in der Lage, bedrohten Bündnispartnern in zwei, drei Tagen zur Hilfe zu eilen. Eine Speerspitze, die im Augenblick nur ein Ziel kennt: Russland. So als säßen alle in der Zeitmaschine. Zurück in die Zukunft eines neuen Kalten Krieges? Hatte man den mit einer gemeinsamen Vereinbarung 1997 nicht endgültig zu den Akten gelegt? Nur wurden die Grenzen der Allianz danach Beitritt um Beitritt Richtung Russland verschoben. Und dort keilt man mit Verweis auf die eigenen Sicherheitsinteressen kräftig zurück. Dabei verpflichtet die NATO-Russland-Akte doch beide Seiten bei Gefahr einer Konfrontation geradezu zum Dialog. Im Dutzend waren jetzt zum Gipfel in Wales Staatschefs aus aller Herren Länder als Gäste geladen. Wladimir Putin nicht. Politische Gespräche zur Lösung einer in der Tat weit über die Ukraine hinaus brandgefährlichen Krise - das hätte diesen Gipfel auf eine hoffnungsgebende Art historisch gemacht.

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