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neues deutschland: Nahost: Kairo und ein wenig Hoffnung¶

Berlin (ots) - Ob es in Kairo tatsächlich substanziell zur Sache geht oder nicht - die Voraussetzungen für Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern waren zuletzt selten besser. Dass sie unabänderlich auf mehr angelegt sein müssen als auf eine Verstetigung der Feuerpause, steht außer Frage, selbst wenn dies den Konfliktparteien nicht zu entlocken sein wird. Dies zu kanalisieren ist Sache der Vermittler, und der gastgebende ägyptische Präsident hat hier erstmals zu beweisen, dass er nicht nur ein cleverer Ex-General, sondern auch ein Politiker ist. Es geht um nichts Geringeres als die Frage, ob auch diesmal nach dem Gaza-Krieg nur vor dem (nächsten) Gaza-Krieg ist. Große Hoffnungen auf Kairo mögen nicht realistisch sein, doch andere sind nicht in Sicht. Israel, die stärkste Militärmacht des Nahen Ostens, hat wie schon 2006 im 33-tägigen Libanon-Krieg gegen die Hisbollah zur Kenntnis nehmen müssen, dass in einem asymmetrischen Krieg der Sieg nicht nur nach militärischen Parametern bemessen wird. Haben wir es deshalb mit einer unerklärten Kriegsbeendigung durch Netanjahu zu tun? Oder spürte er das allmähliche Schwinden der Rückendeckung durch die Verbündeten? So steht die Hamas - obwohl es keinen Staat gibt, der ihre Raketenattacken auf Israel guthieß - als heimliche moralische Siegerin da. Mehr aber noch nicht. Dies in eine politische Strategie münden zu lassen, ist für die palästinensischen Führer jetzt die weitaus schwierigere Frage.

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