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neues deutschland: Halbe Sache

Berlin (ots) - Der Kita-Ausbau ist fraglos eine gesellschaftliche Kraftanstrengung. Das stärkste Argument, das das Bundesfamilienministerium dafür anführt, ist ein ökonomisches: Die Eltern sollen nach der Geburt des Kindes rasch wieder in den Job einsteigen. Das zieht. Tatsächlich kann sich ein Resümee zum bisherigen Kita-Ausbau sehen lassen: Immerhin 60 Prozent der Eltern finden es laut Umfrage des Ministeriums nicht mehr schwierig, einen Betreuungsplatz für ihr Kind zu finden. Noch vor wenigen Jahren sahen die Umfragewerte anders aus. Aber noch immer geben auch 20 Prozent der Eltern an, dass die Suche kompliziert sei. Das zeigt, wie wenig der Kita-Ausbau bislang vollendet ist. Worüber diese Umfrage keine Aussage trifft, ist die Qualität der Betreuung. Daran hapert es. Zwar wurden viele neue Plätze geschaffen, doch fehlen nun Erzieherinnen. Vielerorts sind die Gruppen groß - viel zu groß, wie Erziehungswissenschaftler meinen. Darunter leiden letztlich die Kinder in ihrer Entwicklung. Die Probleme sind bekannt. Im Herbst soll ein Runder Tisch mit allen Beteiligten am Kita-Ausbau über die nächsten Schritte beraten. Um die Vorhaben auch umsetzen zu können, werden neue Mittel nötig sein. Eine Milliarde Euro hat die Bundesregierung für den weiteren Kita-Ausbau bereitgestellt. Ob das Geld reicht, um flächendeckend eine bessere Betreuung hinzubekommen, ist fraglich. Denn bevor die Bundesregierung über die Mittelvergabe entschied, hatten einige Landesminister den doppelten Betrag für notwendig erachtet.

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