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neues deutschland: Kämpfe in Irak und Syrien: Königskrieger¶

Berlin (ots) - Der irakische Ministerpräsident bittet die »internationale Gemeinschaft« - damit meint er die USA und andere Länder des Westens - um Hilfe im »Kampf gegen den Terror«. Ob der Appell erhört wird, ist aber sehr zweifelhaft. Zwar möchte Washington eigentlich nicht, dass Maliki so endet wie der von ihm mit Bushs Hilfe gehenkte Saddam Hussein. Deshalb hat man ihn bereits mit Milliarden Dollar aufgerüstet. Erreicht hat der Westen damit vor allem, dass nun noch mehr Waffen auf dem Schauplatz sind. Mit den jetzt zu besichtigenden Folgen. Ein schlüssiges politisches Konzept von Washington ist dabei nicht zu erkennen. Malikis bewaffnete Widersacher sind vor allem anonyme Dschihadisten aus Algerien bis Tschetschenien, die in Irak wie Syrien die Unzufriedenheit der Bevölkerung nutzten, aber längst auf eigene Rechnung unterwegs sind. Deren Kampf gegen Assad ist dem Westen recht, der gegen Maliki aber nicht. Ebenso verhält es sich mit der umfassenden Hilfe der Golfmonarchien, ohne deren Geld und Waffen für die »Rebellen« heute wohl weder Assad noch Maliki derart in Bedrängnis wären. Vor allem Katar und Saudi-Arabien wären als Sponsoren der Kriege in Irak wie Syrien zu nennen, wobei beide Monarchen wiederum einander verfeindete Terrorgruppen aushalten und damit auf dem Territorium der Bürgerkriegsländer ihr Fingerhakeln um die regionale Vorherrschaft austragen. Wie lange will die Bundesregierung eigentlich noch ihre Waffendeals mit den kriegswütigen Königen auf der Halbinsel rechtfertigen?

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