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neues deutschland: Uwe Timm: »Fälle der sogenannten Arisierung kenne ich aus dem eigenen Bekanntenkreis«

Berlin (ots) - In der DKP ist er nicht mehr, aber seine Flagge wehe immer noch »nach Backbord, also nach links», so äußert sich der Schriftsteller Uwe Timm in einem Interview für die Tageszeitung »neues deutschland« (Freitagausgabe). Was ihn bis heute bewege, sei der Umgang mit der Nazivergangenheit in der Bundesrepublik. »Autoritäre, ja faschistische Mentaliäten haben sich lange in der Justiz, in Polizei und Militär gefunden«. Erst 1966, 67, 68 sei das breit thematisiert worden. Es wuchs die Einsicht, dass das Bürgertum und auch Teile des Proletariats mit den Nazis paktiert hatten. Bis heute wüssten viele nicht, dass ihre Großeltern Geschäfte und Häuser von Juden übernommen haben. »Fälle der sogenannten Arisierung kenne ich aus dem eigenen Bekanntenkreis.« Da könne Literatur vieles bewusst machen. Aber man dürfe sie »nicht so in den Schwitzkasten nehmen, dass man von ihr sofort unmittelbare praktische Wirkungen erwartet«. Derzeit arbeite er an einem Buch, das durchaus auch mit der Utopie eienr anderen Gesellschaft zu tun hat. Es gehe um die ersten kommunistischen Bewegungen Mitte des 19. Jahrhunderts und reiche bis in die Gegenwart.

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