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neues deutschland: Wahlen von Betriebsräten

Berlin (ots) - Fakt ist: Die professionelle Zerschlagung von demokratisch gewählten Betriebsräten ist das Tun von Arbeitgebern und ihren eigens darauf spezialisierten Anwältinnen und Anwälten. Wer sich mit entsprechenden Suchworten im Internet umtut, wird schnell fündig, wie man die unliebsamen Stinker loswird - inklusive Checkliste »Ihr Fahrplan für fristlose Kündigung eines Betriebsrats«. Kein Witz. Wie das funktioniert, zeigen viele Fälle. Für eine Bagatelle gibt es die erste, zweite, dritte Abmahnung. Und raus bist du. Oder es wird gleich ein fristloser Kündigungsgrund erlogen. Probieren kann man es ja, leider klappt es auch oft. Denn es geht nicht nur um die faktische Kündigung, sondern auch darum, dass anschließend, bis das Verfahren vorbei ist, eine Zeit mit Däumchendrehen zu Hause und schlimmstenfalls ohne Lohnzahlung folgen kann. Beschäftigte werden mürbe gemacht, psychisch zerstört. Und um einen Betriebsrat von vorn herein zu verhindern? Einfache Sache: Diejenigen rauswerfen, die suspekte Aktivitäten zeigen. Die anderen kuschen schon. Es muss Regelungen geben, wie man diesen üblen Praktiken beikommen kann. Und es darf nicht passieren, dass Verfahren »mangels öffentlichen Interesses« eingestellt werden. Schwerpunktstaatsanwaltschaften also, um besonders krassen Fällen der Drangsalierung von Betriebsräten durch die Chefs nachzustellen? Ab einer bestimmten Betriebsgröße ein Betriebsrat per Gesetz? Denkenswert.

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