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neues deutschland: Warnschuss in Pjöngjang

Berlin (ots)

Selbst langjährige Beobachter der Vorgänge im Norden Koreas äußern sich überrascht von der Unbarmherzigkeit, mit der Jungführer Kim Jong Un seinen Onkel nicht nur aus allen Ämtern werfen und aus Fotos und Filmen retuschieren, sondern unverzüglich exekutieren ließ. Auch Großvater Kim Il Sung und Vater Kim Jong Il zeichneten sich bei der Durchsetzung ihres absolutistischen Führungsanspruchs nicht durch Barmherzigkeit aus. Mancher Getreue verschwand spurlos aus dem Protokoll. Eine offizielle Verlautbarung, in der dem Verstoßenen schwerste Verbrechen an Partei, Staat und vor allem dem obersten Führer vorgeworfen wurden, gab es dazu nicht. Machtintrigen blieben unterm Teppich. Was also bedeutet die ausführlich begründete Hinrichtung eines Mannes, der als Mitglied der Kim-Familie unantastbar zu sein schien? Wie immer in Sachen Nordkorea ersetzen auch Experten Wissen durch Spekulationen. Sicherlich handelt es sich um einen unüberhörbaren Warnschuss für alle, die vom Pfad des »Kimilsungismus-Kimjongilismus« abweichen könnten. Aber hat Kim Jong Un seine Macht damit gefestigt und unangreifbar gemacht? Oder leitet er im Gegenteil, wenn auch ungewollt, eine Zeit größerer Unsicherheit und Instabilität ein? Wahr ist: Der Mythos von der monolithischen Einheit der Führung in Pjöngjang ist zerstoben, und selbst die angeblich unfehlbare Kim-Familie hat sich von einem »Gauner und Verräter« täuschen lassen, der - so das Urteil - »schlimmer als ein Hund« war.

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