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Neues Deutschland: Gelungene Integration

Berlin (ots) - Selten wurde über die Integration von Migranten soviel geredet wie zurzeit. Die Debatte ist dabei von einer wachsenden Hysterie geprägt. Wie aber ist es um die Integration wirklich bestellt? Eine gewagte, aber, wie ich finde, zutreffende These ist die: Mit der Integration geht es voran - die derzeitige Debatte ist ein Beleg dafür.

Jahrzehntelang hat die Aufnahmegesellschaft die Lebenswelt der Einwanderer nur am Rande wahrgenommen. Alle Probleme, die heute diskutiert werden - Zwangsehen, religiös verbrämte Moralvorstellungen, Sprachdefizite - gab es vor 20, 30 Jahren in einem viel stärkeren Maße als heute. Nun aber wird durch den Aufbruch der zweiten, dritten Einwanderergeneration in die Mehrheitsgesellschaft diese mit den Problemen konfrontiert - zumindest mittelbar, denn die Jungen tragen mit sich den Rest jener Kultur, die ihre Eltern mitgebracht haben. Diese Besinnung auf die eigenen Wurzeln gibt Halt in der »neuen Welt«, erzeugt innerhalb der Aufnahmegesellschaft aber auch Bedrohungsängste - schließlich hallt in dieser Besinnung das als rückständig Empfundene nach.  Wahrscheinlich muss die Aufnahmegesellschaft die derzeitige Hysterie durchleiden, um ihre eigenen Ängste zu überwinden. Inmitten dieses Leidens gibt es Hoffnung: Erstmals werden künftig an deutschen Hochschulen in größerem Umfang islamische Religionslehrer ausgebildet.

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