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Neues Deutschland: zum jüngsten Kerntest Nordkoreas

    Berlin (ots) - Politische Schockwellen wie nach dem ersten nordkoreanischen Atomtest hat der jüngste nicht mehr ausgelöst, obwohl die unterirdisch gezündete Bombe wohl zehn Mal so stark ausfiel. Doch die Empörung gestern war weltweit groß und ungewöhnlich einhellig. Selbst aus Moskau und Peking kam scharfe Kritik. Nachdem der UN-Sicherheitsrat den Start einer Langstreckenrakete verurteilt und Pjöngjang postwendend den Rückzug von den »Sechser-Gesprächen« über sein Atomwaffenprogramm verkündet hatte, eskaliert dieser erneute Test die Situation. Und zwischen Washington und Seoul spekuliert man darüber, ob dahinter ein Machtkampf um die Nachfolge des »geliebten Führers« Kim Jong Il steckt oder eine wohlkalkulierte Provokation dem armen und weitgehend isolierten Land eine bessere Verhandlungsposition verschaffen soll. Fraglos gefährdet ein solcher Atomtest nicht nur Umwelt und Gesundheit, sondern auch das politische Abrüstungsklima, das sich durch die nuklearen Initiativen von Präsident Obama zu bessern schien. Doch sind es eben auch die USA und die anderen Atommächte, die Kernwaffen zu probaten Mitteln bei der Durchsetzung eigener Interessen machten. Bis heute hat Washington den Atomteststopp-Vertrag nicht ratifiziert. Gefordert ist also nicht nur eine politische Lösung im Nuklearstreit mit Nordkorea, sondern eine Ächtung aller Atomwaffen - etwa über eine völkerrechtlich verbindliche Konvention.

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