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Neues Deutschland: zum erklärten Ende der "Anti-Terror-Operation" Russlands in Tschetschenien

    Berlin (ots) - »Kein Krieg in Tschetschenien seit drei Jahren. Ist schon vorbei.« Es war im Dezember 2004, als Wladimir Putin, damals noch russischer Präsident, mit diesen Worten deutsche Demonstranten abfertigte, die ihn mit der Forderung  »Stoppt den Krieg in Tschetschenien!« konfrontiert hatten. Aber es vergingen noch knapp viereinhalb Jahre, bis Russland das »Regime der Anti-Terror-Operation« in Tschetschenien aufhob. Durch diesen Beschluss sollten »die Bedingungen für die weitere Normalisierung der Lage« gesichert werden, heißt es in der offiziellen Mitteilung. Was ja wohl bedeutet, dass von Normalität noch nicht die Rede sein kann. In Tschetschenien mag es inzwischen sogar ruhiger sein als etwa in Inguschetien oder Dagestan. Das zerschossene Grosny ist nahezu wieder aufgebaut, die Zahl der Untergrundkämpfer schwindet, der großen Mehrheit der Tschetschenen ist der Wunsch nach Unabhängigkeit unter den gleichermaßen brutalen Schlägen von Terror und Gegenterror vorerst vergangen. Ihre Sehnsucht heißt Leben in Frieden und bezahlter Arbeit. Dennoch wird auch die Republik am Terek immer wieder von Anschlägen und Morden heimgesucht. Derart »normaler« Terror soll indes künftig die Sorge Ramsan Kadyrows sein, der sein Reich mit eiserner Hand regiert. Offenbar zur Zufriedenheit des »Zentrums« in Moskau, dem der Unterhalt einer vieltausendköpfigen Sondertruppe in Tschetschenien überdies einfach zu teuer geworden ist.

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