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Neues Deutschland: nach dem Amok-Lauf von Winnenden

    Berlin (ots) - 15 Waffen hat der Vater des Todesschützen von Winnenden in seinem Haus gelagert. Legal, als Mitglied eines Schützenvereins. Warum darf jemand in diesem Land nach Erfurt und Emsdetten noch 15 Waffen zu Hause bunkern? Wozu benötigt man überhaupt 15 Waffen? Zu Recht wird wieder eine Verschärfung des Waffengesetzes gefordert, doch sollte sie dieses Mal wirklich verschärfend wirken. Ein Verbot von Waffen im eigenen Heim ist notwendig. Wer sich an Waffen ergötzen will, soll ins Museum gehen. Der Waffenlobby, die nach Tragödien dieser Art immer die Schuld auf verantwortungslose Schießwütige schiebt und somit selbst verantwortungslos handelt, muss die Macht entzogen werden, solche Gesetze zu verhindern. Sogar das Abschaffen aller Schusswaffen außerhalb der Staatsgewalt ist denkbar. Ob die Deutschen damit leben könnten, auf die Medaillen der Biathleten zu verzichten, ist aber zu bezweifeln. Leider schließt ein Verbot allein Amokläufe nicht aus. Es muss darüber hinaus gehandelt werden. Denn wer an eine Waffe kommen will, besorgt sich eine - wenn nötig illegal. Trotzdem wird in erster Linie über Verbote gesprochen, weil die billig sind. Billiger, als Jugendliche mit sozialen Kompetenzen für schwierige Lebenssituationen auszustatten. Billiger, als zusätzliche Lehrer einzustellen, die sich wieder mehr um die Schüler und nicht nur um die Einhaltung des Lehrplans kümmern könnten. Dennoch: Weniger Waffen wären schon mal ein Anfang.

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