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Neues Deutschland: zu den Ereignissen in GRiechenland

    Berlin (ots) - Athen befindet sich im Ausnahmezustand, auch wenn die Regierung ihn nicht ausgerufen hat. Dabei geht es längst nicht mehr allein um den Tod eines 15-jährigen Schülers durch die Kugel eines Rambo-Polizisten. Auch der heutige Generalstreik zeigt: Ganz Griechenland steckt in einer tiefen gesellschaftlichen Krise. Es waren eben nicht nur gewaltbereite Chaoten, die jetzt auf die Straße gingen, und im Unterschied zu den Unruhen in den Pariser Vorstädten kommt der Protest der Perspektivlosen aus der Mitte der Gesellschaft. Da entlädt sich die angestaute Wut über viele Missstände, so wie die Angst vor dem drohenden sozialen Abstieg. Die Bildungsmisere im Land der Denker etwa ist inzwischen sprichwörtlich, ein staatliches Gesundheitswesen existiert nur noch auf dem Papier, die Finanzkrise treibt die Teuerung für viele in unbezahlbare Höhen, die Korruption hat selbst die orthodoxe Kirche erreicht, und in der Politik jagt ein Skandal den nächsten, ohne dass jemand Verantwortung übernehmen muss. Einen Unterschied zwischen Konservativen und Sozialdemokraten, die sich seit Jahrzehnten in der Machtausübung abwechseln, gibt es kaum. Das ist der Nährboden für Ohnmacht, Frust und Aufruhr, ein paar Hundert »Anarchisten« sind da vor allem Treibmittel. Antworten auf diese Krise fehlen bisher in Athen.

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