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Neues Deutschland: zum Abschluss des G20-Gipfels in Washington

    Berlin (ots) - Theoretisch hat Peer Steinbrück vielleicht nicht unrecht: »Es gab niemals einen besseren Zeitpunkt, um das Weltfinanzsystem zu reformieren. Das Fenster der Gelegenheit war noch niemals so weit offen wie derzeit.« Praktisch war der Weltfinanzgipfel von vornherein ein Gipfel der überzogenen Erwartungen. Gingen der oft als Vergleich bemühten Konferenz von Bretton Woods über zwei Jahre intensivster Vorbereitungen voraus, so dem New Yorker Treffen nur hektische Vorüberlegungen - überschattet vom Krisenmanagement in den jeweiligen Nationalstaaten.   Dementsprechend karg ist das Ergebnis: Ein kleinster, gemeinsamer Nenner, künftig die Finanzmärkte so zu regulieren, dass eine Wiederholung dieser weltmarkterschütternden Krise doch bitte- schön ausbliebe und das Versprechen, der jetzigen Weltrezession mit nationalstaatlichen Konjunkturprogrammen im Rahmen der Finanzierbarkeit zu Leibe zu rücken. Das Pendel schlägt wieder ein wenig in Richtung des rheinischen Kapitalismus - weg von der marktradikaleren angelsächsischen Variante. Wie weit, entscheidet nicht zuletzt Barack Obama. Die Grundproblematik blieb in New York indes gänzlich unberührt. Auch die G20 sind ein exklusiver Staatenklub, in dem sich wenige Staatschefs anmaßen, über das Los von Milliarden von Menschen zu entscheiden. Ihre Sorge gilt dem Fortbestand eines Wirtschaftssystems, das im Norden wie im Süden zuallererst den Eliten dient. Alles andere ist Nebensache.

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