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Neues Deutschland: zur von China ausgelösten Klima-Debatte

    Berlin (ots) - Der Rummel um Finanzkrise und Börsenabstürze droht den Blick auf die wirklich wichtigen Menschheitsprobleme zu vernebeln. Dass nun ausgerechnet China den Westen daran erinnert, angesichts der Milliarden für die Banken nicht die zugesagten Hilfen für Entwicklungsländer beim Klimaschutz zu vergessen, hat was: Peking war für die Bush-Administration immer Buhmann und Feigenblatt in einem - solange sich die aufstrebende asiatische Wirtschaftsmacht jeglichen Reduktionszielen beim Treibhausgasausstoß verweigere, bräuchten sich die USA nicht an die Kyoto-Beschlüsse gebunden fühlen. Eine blöde Ausrede, denn für den bisherigen Klimawandel sind allein die historischen CO2-Emissionen der Industrieländer verantwortlich. Der Warnruf aus Peking ist nur allzu berechtigt, denn die Finanzkrise trifft arme Länder besonders hart - für Klimaanpassungsmaßnahmen muss der Westen zahlen. Doch auch in den Industrieländern sinkt angesichts wieder fallender Ölpreise der Druck, das Energiesparen voranzutreiben. Und für den Ausbau der Erneuerbaren dürfte es mit der Finanzierung schwieriger werden. Gleichwohl darf man nicht übersehen, dass China beim Treib-hausgasausstoß den bislang größten Emittenten, die USA, längst überholt haben dürfte. Bei den Anfang Dezember weitergehenden UN-Verhandlungen über ein Kyoto-II-Abkommen kann die Regierung in Peking beweisen, wie ernst es ihr mit der Klimawarnung ist.

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