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Neues Deutschland: zu Entwicklungshilfe- und Kriegskosten in Afrika

    Berlin (ots) - Es klingt nach einem perversen Nullsummenspiel: Die Kosten der Kriege in Afrika in den Jahren 1990 bis 2005 entsprechen der in dieser Zeitspanne geleisteten internationalen Entwicklungshilfe. Zahlen, die Wasser auf die Mühlen jener Politiker in der nördlichen Hemisphäre sind, die die Unterentwicklung Afrikas an der Unfähigkeit, Korruption und Kriegslüsternheit dortiger Despoten festmachen und mit Verweis darauf auch Entwicklungshilfe infrage stellen. Doch das Versagen afrikanischer Politiker ist erstens alles andere als flächendeckend und zweitens nur eine Seite der Medaille. Kriege in Afrika florieren dort, wo sich mit ihnen Geschäfte machen lassen. Diamanten, Öl oder andere Rohstoffe gegen Waffen lautet die Formel. 95 Prozent der Waffen und fast die ganze Munition, die in Afrika   ihre grauenvolle Wirkung entfalten, stammen von außerhalb, so die Studie der entwicklungspolitischen Organisationen. Die Verantwortung für Kriege und Unterentwicklung in Teilen Afrikas liegt im Süden und im Norden. Ein Waffenhandelsabkommen, wie von den Autoren gefordert, das den weltweiten Handel mit Rüstungsgütern kontrolliert, wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Eine faire Welthandelsordnung, die dem Süden eine gleichberechtigte Teilhabe am globalen Wirtschaftskuchen zubilligt, ein weiterer. Der Norden und der Süden stehen gemeinsam in der Pflicht.

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