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Neues Deutschland: Zu SPD/Mitarbeiterbeteiligung

    Berlin (ots) - Union und SPD haben ein Herz für die Beschäftigten. Wie groß das Sympathieorgan ist, lässt sich an der Debatte um die Mitarbeiterbeteiligung ablesen. Einen »fairen Anteil am Erfolg der Wirtschaft« will die Koalition den Arbeitnehmern verschaffen - einen Erfolg, den sich der so genannte Arbeitgeber zuvor erst angeeignet hat, indem er jene, die arbeiten, um den größten Teil der Früchte ihrer Arbeit betrügt.  Damit der Klau reibungsloser funktioniert, haben SPD und Union in der Vergangenheit viel daran gesetzt, die Gewerkschaften zu schwächen. Nun wird das eine mit dem anderen begründet: Weil der kranke Riese DGB nicht mehr für ordentliche Lohnsteigerungen sorgen konnte, müsse man andere Wege gehen, um den Beschäftigten einen »fairen Anteil am Erfolg der Wirtschaft« zu verschaffen. Schließlich geht es in beiden derzeit diskutierten Konzepten vor allem darum, den Unternehmen staatlich subventioniertes Kapital zu Verfügung zu stellen. Und nicht zuletzt wird den Beschäftigten per Anteilsschein auch noch jenes Denken eingeimpft, in dem das ohnehin arg ramponierte Klassen- noch ein bisschen mehr zum Renditebewusstsein wird.  Bleibt die Frage, in welches »ihrer Unternehmen« die Millionen, die keine Arbeit haben, investieren sollen, oder jene Beschäftigten, denen das Geld noch nicht mal für die Riester-Rente reicht. Ein »fairer Anteil am Erfolg der Wirtschaft« jedenfalls sieht anders aus.

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