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NRZ: Der Albtraum geht weiter - ein Kommentar von CHRISTIAN PETERS

Essen (ots) - Viele von uns wurden gestern wach mit der Nachricht über den Horror. Nun also Nizza, der Terror-Albtraum geht weiter. Unschuldige sterben, Familien werden zerstört , Angehörige und Freunde werden dieses Trauma ihr Leben lang nicht überwinden. Doch bei aller notwendigen journalistischen Distanz und bei dem Versuch, das Grauen an der Cote d'Azur zu hinterfragen, war auch die erste Reaktion der Medien-Profis: WARUM? Paris, Brüssel, Istanbul - jetzt also Nizza. Nicht zu vergessen, die beinahe täglichen Anschläge in vielen Teilen der arabischen Welt und in Afrika. Oft im Westen gar nicht so wahrgenommen, weil nicht vor der eigenen Haustür. Erst vor wenigen Tagen starben in Bagdad fast 300 Menschen durch eine Autobombe. Was nur beweist: Den irrsinnigen Fanatikern ist die Religion ihrer Opfer egal, viel schlimmer noch, der Mensch ist ihnen egal. Sie wollen töten, ihre Macht demonstrieren. Sie wollen die Welt mit Angst und Schrecken beherrschen. Der Terror greift nach unseren Herzen und Seelen - und ist auf dem besten Wege, Besitz von ihnen zu erlangen.

Schon wenige Stunden nach der Mordnacht boten erste Reiseveranstalter Urlaubs-Stornierungen für Nizza an. Der Tourismus in der Türkei ist zusammengebrochen, von den ägyptischen Oasen am Roten Meer spricht man schon längst nicht mehr. Auch bei uns an Rhein und Ruhr greift die Furcht vor dem Terror immer mehr um sich. Großveranstaltungen, etwa die Düsseldorfer Rheinkirmes, stehen unter ganz besonderer Beobachtung durch die Behörden. Es wird überprüft und kontrolliert, Spaß und Freude verlieren an Bedeutung. Eingriffe in unser freies und selbstbestimmtes Leben werden zunehmen - können wir uns dagegen überhaupt noch wehren? Es wird immer schwieriger, denn der Staat ist verpflichtet, Sicherheit so weit wie irgend möglich zu gewährleisten.

Der nächste Anschlag wird kommen, diese Prognose macht traurig und wütend zugleich - ist aber leider nicht allzu gewagt. Oft geschrieben, aber immer und immer wieder zu betonen: Machen wir es den gottlosen Mördern nicht leichter durch Ablehnung und Abgrenzung untereinander. Rücken wir noch enger zusammen und stellen Neuankömmlinge nicht vorschnell unter Generalverdacht. Geben wir denen, die bei uns bleiben wollen, eine Chance sich zu integrieren und wertvolle Mitbürger in unserer Gemeinschaft zu werden. Aber schauen wird auch noch genauer hin, wenn uns etwas ängstigt und besorgt. Lieber einmal zu viel warnen, als einmal zu wenig. Passen wir gut aufeinander auf. Es kann Leben retten.

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