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NRZ: Das Gute im Menschen braucht Rückhalt - ein Kommentar von MANFRED LACHNIET

Essen (ots) - "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden." So jubilieren die Engel in der Weihnachtsgeschichte bei Lukas. Doch von Frieden auf Erden kann keine Rede sein: Nicht nur in Syrien tobt ein grausamer Krieg, auch in vielen anderen Staaten des Nahen Ostens und in Afrika kommen Menschen bei Auseinandersetzungen um. Das gleiche Bild in der Ukraine. Selbst im sogenannten Heiligen Land sprechen die Waffen. Weihnachten 2014 sind wir von einer friedlichen Welt weiter entfernt denn je.

Die Wurzeln für die vielen Konflikte liegen meist tief, die Ursachen sind komplex. Oft wird vom Hass der Völker oder vom Kampf der Religionen gesprochen. Aber das ist die falsche Analyse. Fast immer geht es allein um Macht, um Einfluss, um Geld. Die Religion wird dabei nur als Mittel benutzt, als zynische Ausrede. Es ist himmelschreiend und eine Lüge, dass Kriege "im Namen von" Religionen geführt werden. Wahr ist: Wer Kriege führt, missbraucht den Glauben der Menschen auf grausame Weise. Keine der großen Religionen fordert Kriege und den Einsatz von Gewalt.

Dass die Menschen mit ihren Familien vor den Bomben und Terror, vor Folter und Hunger fliehen, ist mehr als verständlich. Auch unsere deutsche Geschichte kennt Flucht und Vertreibung. Es zeugt von Mitmenschlichkeit und Fürsorge, wenn Staaten Flüchtlinge aufnehmen und so lange Schutz bieten, bis sie in ihrer Heimat wieder sicher sein können.

Dieser Tage lesen und sehen wir, wie sogenannte Demonstranten auf die Straße gehen um gegen Flüchtlinge oder gegen Muslime zu protestieren. Es sind nicht wenige.Viel größer ist aber die Zahl der Menschen, die in diesen Wochen den Verfolgten zur Seite stehen. Sie spenden, bringen ihnen Lebensmittel, kleine Geschenke für die Kinder und vor allem: Sie zeigen den Hilfesuchenden, dass Nächstenliebe in unseren Land nicht nur ein Wort ist, sondern auch Tat. Es tut so gut zu wissen, dass die große Mehrheit in unserem Staat sehr wohl differenzieren und plumpe Parolen von Argumenten unterscheiden kann.

Das Gute im Menschen benötigt dabei immer wieder den Rückhalt der Politik. Sie muss den Rahmen schaffen, der die Menschen zusammenbringt - und sie nicht trennt. Es ist falsch und gefährlich, wenn Politik populistisch sein will. Standhaft zu bleiben kostet natürlich Kraft und Mut auch. Aber der Einsatz lohnt immerzu. Und nur so kann der Wunsch nach "Frieden auf Erden" irgendwann einmal Wirklichkeit werden.

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