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NRZ: Erfolge dürfen nicht blenden - ein Kommentar von JAN JESSEN

Essen (ots) - Der Staat demonstriert Entschlossenheit: In den vergangenen Wochen haben die Sicherheitsbehörden zahlreiche mutmaßliche Unterstützer dschihadistischer Gruppen festgenommen. Was bislang über die acht Verdächtigen bekannt wurde, die am Mittwoch ins Netz gingen, bestätigt: Die neue Dschihad-Generation speist sich zu nicht unwesentlichen Teilen aus Kleinkriminellen und Leuten, die nicht besonders helle sind.

Wenn das jetzt aufgeflogene Terror-Unterstützungsnetzwerk tatsächlich sowohl für den sogenannten "Islamischen Staat" als auch für "Ahrar al-Sham" tätig war, hat es für zwei in Syrien gegeneinander kämpfende Organisationen gearbeitet. Seltsam genug und ein Zeichen für eine nicht wirklich verfestigte ideologische Grundierung.

Dass die Beschuldigten in Kirchen und Schulen eingebrochen sein sollen, mag daran liegen, dass sie meinen, im Land der Ungläubigen Dschihad zu führen und sie deswegen der Überzeugung waren, es sei ihre Pflicht "Ghanima", Kriegsbeute, zu machen. Für die Sicherheitsbehörden ist das egal. Ihnen wird durch solche Straftaten die Arbeit leichter gemacht. Die Fahndungserfolge dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass es unter den Terror-Sympathisanten auch solche gibt, die intelligent sind und vorsichtiger vorgehen. Diese Leute sind weitaus gefährlicher.

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