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NRZ: Beginn einer Charmeoffensive - ein Kommentar von MIGUEL SANCHES

Essen (ots) - Sie ist von der schnellen Truppe. In nur fünf Tagen tauschte Ursula von der Leyen einen Staatssekretär aus, informierte sich über die Einsätze der Bundeswehr und flog zur Truppe nach Afghanistan. So ein Adventsbesuch ist eine zwiespältige Angelegenheit. Einerseits der Ausnahmezustand: Für die Soldaten hält er die Spannung hoch, es ist Stress bis Heiligabend. Andererseits: Es wird ja von jedem Verteidigungsminister erwartet, dass er sich kümmert. Die Soldaten haben am wenigsten vom Auftritt. Es geht vor allem um schöne Bilder, und der Ernstfall ist die Öffentlichkeit daheim. Das macht Ursula von der Leyen nicht angreifbarer als ihre Vorgänger. Aber bei ihr drängt sich die Frage auf, ob sie da anknüpfen will, wo Theodor zu Guttenberg aufgehört hat. Das Show-Talent ist bei beiden ausgeprägt, doch in der Politik ist Ursula von der Leyen ungleich erfahrener und professioneller. Erster Afghanistan-Trip, erste Frau in dem Amt - Lametta schmückt ihre Gehversuche bei den Militärs. Das Verteidigungsressort ist allerdings ein Riesenapparat, der immer für böse Überraschungen gut ist. Zu lange darf man sich da nicht aufhalten. Helmut Schmidt hat den Job drei Jahre lang gemacht, ehe er erst Finanzminister und dann Kanzler wurde. Das ist die Karriereleiter, die viele Ursula von der Leyen zutrauen. Wenn Angela Merkel bald aufhört, hat sich von der Leyen optimal in Stellung gebracht. Sollte sie allerdings noch lange im Amt bleiben, wird von der Leyens Stehvermögen auf der härtesten aller Wartestationen auf die Probe gestellt.

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