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Westfalenpost: Ein Zeichen der Hoffnung - nicht mehr
Kommentar von Martin Korte zum Friedensnobelpreis

Hagen (ots) - Frieden ist möglich! Das ist die Botschaft, die das Nobelpreiskomitee mit der Auswahl des kolumbianischen Präsidenten Santos in eine kriegerische Welt sendet. Der Konflikt in seinem Land forderte in den vergangenen 52 Jahren mehr als 220.000 Tote. 52 Jahre! Viel Zeit, um den Hass an Kinder und Kindeskinder weiterzugeben, viel Zeit, um den Krieg als Normalzustand zu empfinden. Trotzdem haben Santos und die Rebellen den Teufelskreis der Gewalt zerschlagen. Auch wenn das Volk den Vertrag per Referendum abgelehnt hat: Der Nobelpreis ist auch ein Zeichen der Hoffnung, dass die Menschen in Kolumbien doch noch in Frieden leben dürfen. Das war das Lob. Und jetzt kommt die Kritik. Auf die Frage, warum nicht auch den Farc-Rebellen ein Teil des Preises zusteht, blieb das Nobelpreiskomitee gestern eine Antwort schuldig. Zu einem Vertrag gehören ja mindestens zwei. Auch die (ehemaligen) Gegner der Regierung mussten eine Menge Kompromisse eingehen. Und eigentlich ist es ja die Pflicht eines jeden Staatslenkers, alles Menschenmögliche zu unternehmen, um den Frieden für sein Volk zu garantieren - auch wenn das viele Zeitgenossen heutzutage für eine naive Sichtweise halten. Die Herren Assad, Putin und Obama (der 2009 den Nobelpreis zu Unrecht erhielt) führen Kriege, weil es ihnen zu einfach gemacht wird. Sie selbst leben ja nicht in ständiger Angst, dass sie oder ihre Kinder beim nächsten Luftangriff sterben. Sie geben Befehle, mehr nicht. Frieden ist möglich. Man muss ihn aber auch wollen.

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