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Westfalenpost: Keine Milde mehr für kriminelle Autofahrer
Kommentar von Rudi Pistilli zu härteren Strafen für illegale Raser

Hagen (ots) - Geben wir es ruhig zu: An manchen Tagen tut es richtig gut, wenn auf der Autobahn die Tachonadel in die Höhe schnellt. Das Bedürfnis nach Freiheit in einer immer stärker regulierten Welt kann auch durch Geschwindigkeit gestillt werden. Kurzfristig jedenfalls. Die Freiheit hört allerdings dort auf, wo andere gefährdet werden.

Die geplante Verschärfung der Strafen für illegale Raser ist seit langem überfällig. Darauf deuten die zunehmenden schweren Unfälle hin, die auf unerlaubte Autorennen zurückzuführen sind.

Bisher haben Raser die maximal 400 Euro Bußgeld, die ihnen drohen, billigend in Kauf genommen. Mehr noch: Sie kalkulieren den finanziellen Verlust angesichts der seltenen Kontrollen ein. Und wenn sie doch erwischt werden, steht oft eine "Vereinskasse" für sie bereit. Liegen aber bis zu zehn Jahre Haft in der Luft, werden sie es sich zweimal überlegen, weiterhin Menschenleben zu gefährden.

Es ist kein Zufall, dass Verkehrsexperten sarkastisch von einem Trendsport sprechen. Laut Psychologen werden die Betroffenen vom Nervenkitzel getrieben, dazu gehöre auch die lustbetonte Angst, das etwas schief gehen könnte. Wer so tickt, dem müssen frühzeitig Grenzen aufgezeigt werden. Und wer mit Tempo 80 über einen Zebrastreifen donnert, der sollte keine Rücksicht vor Gericht erwarten.

Ob Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) und sein hessischer Amtskollege erkannt haben, dass man nicht nur auf den gesunden Menschenverstand setzen kann, ist unwesentlich. Fest steht: Will man glaubhaft sein und eine dauerhaft abschreckende Wirkung erzielen, sind ausreichende Kontrollen demnächst Pflicht.

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