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Westfalenpost: Politik muss doppelt reagieren
Kommentar von Lorenz Redicker zu Klima und Wetter

Hagen (ots) - Ist es nur das Wetter, das Kapriolen schlägt? Oder ist das schon der Klimawandel? Diese Frage wird immer wieder gestellt bei Wetterextremen, mithin immer häufiger, denn die Extreme häufen sich, und diese Beobachtung ist keinesfalls Folge gestiegener medialer Aufmerksamkeit. Die Häufung allein beantwortet die Frage eigentlich schon. Dabei ist sie letztlich müßig - es sei denn, man sucht noch letzte Beweise für den Klimawandel. Beweise, derer es nicht mehr bedarf. Der Klimawandel ist Fakt.

Kluge Politik muss sich darauf doppelt einstellen. Sie muss, auf der einen Seite, versuchen, den Klimawandel zu begrenzen. Das funktioniert nur, wenn es weltweit geschieht, was keine Ausrede sein darf dafür, zuzuwarten, bis die Weltgemeinschaft sich hier einig ist, sich bewegt. Wir müssen vor der eigenen Haustür beginnen, auch, weil unser relativ kleines Land noch immer als Vorbild beim Klimaschutz gilt, als ein Land, das vorangeht, anderen ein Beispiel ist.

Weil wir den Klimawandel nicht mehr verhindern, sondern nur noch eindämmen können, müssen wir uns ihm anpassen, uns darauf einstellen. Das ist der zweite Punkt, und das kann, das muss im Kleinen geschehen. Die passenden Rezepte gibt es teils längst, einige wirken fast schon altbacken-grün, wie die Forderungen, den Flüssen Raum zu geben, die Versiegelung der Landschaft zu stoppen, Grünflächen in den Städten zu erhalten und neue zu schaffen. Umgesetzt ist das vielerorts aber nicht - es gibt immer wieder Widerstände, etwa weil deshalb neue Gewerbe- oder Wohngebiete kleiner ausfallen müssten.

Aber was ist die Alternative? Wollen wir tatenlos zusehen, wie das Wetter jetzt auch in unserer Nachbarschaft Menschen tötet?

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