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Westfalenpost: Nina Grunsky zum Attentat in Istanbul: Diesmal trifft es Deutschland

Hagen (ots) - Diesmal trifft es Deutschland. Wir haben gewusst, dass es irgendwann passiert. Gezündet worden ist die Bombe zwar in Istanbul; doch das Ziel war nicht die Türkei allein, sondern Deutschland gleichermaßen. Mindestens zehn völlig wehrlose Menschen sind bei diesem hinterhältigen Attentat ums Leben gekommen. Acht davon aus Deutschland, so die Angaben der türkischen Regierung. Von 15 Verletzten sind ebenfalls neun Deutsche. Es hat in den vergangenen Jahrzehnten viele Attentate weltweit gegeben, doch kaum eines, bei dem so viele und nahezu ausschließlich Opfer aus der Bundesrepublik zu beklagen waren. Und das nur vier Tage, nachdem Tornados der Bundeswehr von türkischem Boden aus ihre ersten Einsätze gegen die Terrormiliz Islamischer Staat geflogen sind. Ein Zufall ist dies kaum, sondern vielmehr ein gezielter Angriff. Es liegt nahe, dass der Attentäter ein IS-Kämpfer war. Die deutsche Gruppe hatte er sich genau ausgesucht. Denn Deutsche sind in der Türkei die größte Gruppe von Reisenden. Der Tourismus ist für das Land ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. So hat der Attentäter mit diesem Anschlag auf das touristische Herz des Landes perfide gleich zwei Ziele getroffen. Jetzt, nach diesen grausamen Anschlägen, müssen wir den Terror weiter entschlossen und doch mit Bedacht bekämpfen. Gemeinsam mit der Türkei. Dazu gehört die deutliche Kritik an Erdogan. Denn nun hat es sich bitter gerächt, dass der türkische Staatspräsident den IS in den vergangenen Jahren nicht ernsthaft bekämpft hatte. Und dass sich Erdogan auch jetzt nicht auf den Kampf gegen die Islamisten konzentriert, sondern mit den Kurden einen Bürgerkrieg führt. Die Opfer sind auch unschuldige Touristen.

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