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Westfalenpost: Umweltgerecht, aber teurer Von Wilfried Goebels

Hagen (ots) - Wie bei den steigenden Stromkosten muss der Bürger auch beim Müll ständig höhere Gebühren hinnehmen. Nach dem Verursacherprinzip sind die Haushalte für die Entsorgung finanziell verantwortlich. Daran gibt es ordnungspolitisch nichts auszusetzen. Dass einzelne Kommunen aber über die Müllgebühren ihre Haushalte auf Kosten der Mieter und Hausbesitzer konsolidieren, ist ein übler Akt des Abkassierens.

Im Volk der Mülltrenner sind die Verbrennungsanlagen nur noch schlecht ausgelastet, die hohen Fixkosten belasten die Betreiberstädte. Weil Glas, Papier, Wertstoffe und Biomüll nicht mehr in die graue Tonne dürfen, drücken die Müllöfen teure Überkapazitäten. Dafür müssen Haushalte und Betriebe in Städten mit Müllverbrennungsanlagen tief in die Taschen greifen.

Umweltminister Remmel will im Abfallwirtschaftsplan fünf Regionen festlegen, innerhalb derer Kommunen nach dem "Prinzip Nähe" ihren Müll verbrennen dürfen. Das ist umweltgerecht, der Verzicht auf Mülltourismus zur billigsten Verbrennung wird den Preis aber weiter hochtreiben. Die Deponierung von Hausmüll in freier Natur war und bleibt ein Umweltfrevel. Deshalb war die thermische Verwertung nach der Sortierung der Wertstoffe konsequent. Ob allerdings die zu großen Kapazitäten der Müllverbrennungsanlagen auf Dauer vorgehalten werden müssen, scheint fragwürdig.

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