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Westfalenpost: Perspektiven für den sozialen Frieden Von Wilfried Goebels

Hagen (ots) - Der Widerspruch zwischen unbesetzten Lehrstellen und unversorgten Bewerbern verlangt nach Lösungen. Betriebe und Schulen müssen umdenken: Migranten mit Haupt- oder Realschulabschluss brauchen eine offene Tür in die duale Ausbildung. Dafür allerdings muss der Schüler auch das Rüstzeug für den Beruf mitbringen. Grundfertigkeiten wie Rechnen, Schreiben, Lesen und Reden sind Voraussetzungen für eine später erfolgreiche Lehre.

Es läuft etwas schief im Lande, wenn nach Erfahrungen von Personalchefs nicht nur Kinder mit Zuwanderungsgeschichte häufig gravierende sprachliche, mathematische und soziale Defizite aufweisen. Von Schulabgängern nach Klasse 10 sollte ein ausbildungswilliger Betrieb erwarten können, dass der Bewerber zumindest die Grundrechenarten beherrscht.

Wenn fast 40 Prozent der jungen Migrantinnen aber nach dem Schulabschluss erst gar keine Lehrstelle suchen, sollten Arbeitsagenturen, Politik und Schulen vor allem in Zuwanderungsfamilien die Informationen über den Wert einer Ausbildung verstärken. Da gilt es, manche kulturelle Barriere zu überwinden.

Dass aber nur noch jeder fünfte Betrieb überhaupt ausbildet, ist ein Skandal. Wer nicht ausbildet, darf sich nicht über Fachkräftemangel beklagen. Und wer Tausende junger Leute ohne berufliche Perspektive lässt, gefährdet auf Dauer den sozialen Frieden. Demotivierende Warteschleifen im Übergangssystem helfen Migranten nicht.

Der direkte Einstieg in die Lehre, notfalls mit Nachhilfe im Betrieb, nutzt hingegen beiden Partnern. Dabei gilt auch hier die Bedingung, dass der Bewerber zuverlässig und leistungsbereit ist.

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