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Westfalenpost: Scheitern muss kein persönliches Versagen sein
Kommentar von Torsten Berninghaus zum Thema Existenzgründungen

Hagen (ots) - Aufbruchstimmung fühlt sich anders an. Zwar verzeichnet NRW aktuell einen leichten Zuwachs bei den Gewerbeanmeldungen, trotzdem liegt das Land allenfalls im Mittelfeld, wenn es um Unternehmensgründungen geht. Die Metropolen in Berlin oder München laufen dem bevölkerungsstärksten Bundesland seit Jahren davon. Vor allem wenn es um Start-ups - also hoch-innovative und schnell wachsende Firmen - geht, hinkt NRW hinterher. Es ist höchste Zeit, diesen Trend zu stoppen. Das weiß auch die Landesregierung. Sie regiert mit sogenannten Startcentern und Gründungsplattformen, mit Netzwerken für Existenzgründer und natürlich mit speziellen Krediten. Das alles ist gut gemeint, besonders originell ist es nicht. Denn mehr noch als Risikokapital benötigen wir Menschen, die Risiken eingehen. Die eine Idee haben - vor allem aber einen langen Atem, starke Nerven und Mut. Mittelständler haben diese Eigenschaften. Sie kennen den Weg zum Erfolg, sie kennen aber auch die bangen Momente. Die Zweifel, die Rückschläge, die Entbehrungen - vielleicht sogar die bittere Erfahrung des persönlichen Scheiterns. Um dem Unternehmergeist nachzuspüren, solle die Wirtschaftspolitik in NRW dorthin schauen, wo das industrieelle Herz des Landes schlägt. Wo Familienbetriebe eine Selbstverständlichkeit sind. Wo es die Netzwerke und Cluster gibt, die Innovationen hervorbringen. Und wo die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmern eine Selbstverständlichkeit ist. Wenn es dann noch gelingt, in einer gescheiterten Geschäftsidee nicht gleich ein persönliches Versagen zu sehen, kann NRW seine Stärke ausspielen. Und bleibt nicht wie heute hinter seinen Möglichkeiten zurück.

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