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Westfalenpost: Schuld und Verantwortung Von Stefan Pohl

Hagen (ots) - Der letzte Akt des Dramas um die Costa Concordia ist vordergründig eine bewundernswerte Ingenieursleistung. Ein havariertes, riesiges Kreuzfahrtschiff aufzurichten und mit Hilfe von Schwimmkästen anzuheben, um es dann zum Verschrotten in einen hunderte Seemeilen entfernten Hafen zu schleppen - das hat es in der Geschichte der Seefahrt so noch nicht gegeben.

Aber darauf sollte sich die Betrachtung nicht beschränken. Es gilt jetzt, sich nicht allein auf die Zahlen zu konzentrieren - wie hoch ist der Schaden, was zahlt die Versicherung, wie gefährdet ist die Umwelt rund um die Insel Giglio wirklich?

Es muss an dieser Stelle auch noch einmal von Schuld und Verantwortung gesprochen werden - ein verhängnisvolles Schicksal war es jedenfalls nicht, das zum qualvollen Tod der 32 Passagiere geführt hat, die einfach nur ihren Urlaub auf einem der sichersten Verkehrsmittel unserer Zeit genießen wollten.

Sondern das Treffen falscher Entscheidungen, Leichtsinn, Unterlassen - das Gegenteil dessen, was eine verantwortungsvolle Schiffsführung hätten tun müssen. Hohe Strafen können unserem Gerechtigkeitsempfinden Genüge tun. Aber sie können die Toten nicht wieder lebendig machen.

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