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Westfalenpost: Lorenz Redicker zum Ärztemangel auf dem Land

Hagen (ots) - Jetzt also soll Geld fließen. Bis zu 50 000 Euro winken dem Mediziner, der sich in Schmallenberg-Bödefeld niederlässt. Ob das hilft? Immerhin wollte schon niemand die Praxis des letzten Hausarztes geschenkt haben. Der Mann hat lange gesucht. Ohne Erfolg.

In Bödefeld manifestiert sich der Ärztemangel auf dem Land und erlangt erstmals in NRW offiziellen Status. Die Kassenärztliche Vereinigung KVWL sieht sich zum Eingreifen gezwungen - sie ist die Institution, die die ärztliche Versorgung sicherstellen muss.

Der Schritt der KVWL kommt keinesfalls überraschend, allenfalls etwas spät. Und Bödefeld wird nicht allein bleiben. Der Ärztemangel ist auf dem Land längst zum Greifen nah: Die Hausärzte werden älter, weniger, ihre Suche nach Nachfolgern dauert länger und bleibt häufiger erfolglos. Zu spät haben Kassenärzte und Kommunen den Mangel erkannt und gegengesteuert. Zu lange hat man sich darauf verlassen, dass die Zahl der Ärzte insgesamt immer noch weiter gestiegen ist. Nur wollten sich immer weniger Medizinier niederlassen, immer weniger dies als Hausarzt tun und die allerwenigsten als Hausarzt auf dem Land. Das Dauer-Lamento ob der angeblich zu niedrigen Honorare tat ein Übriges zur Abschreckung der letzten Interessenten.

Die KVWL ist im Verein mit Kreisen und Kommunen inzwischen auf einem guten Weg. Viele kleine Dinge werden richtig gemacht, denkt man etwa an die Stipendien für Medizinstudenten, die aufs Land wollen. Wann (und ob überhaupt!) sich Erfolge einstellen, muss sich indes noch zeigen. Bödefeld kann eigentlich nicht warten. Denn ein Ort ohne Kita verliert die Jungen, ein Ort ohne Arzt dagegen verliert Junge und Alte.

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