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Westfalenpost: Sport und Politik

Hagen (ots) -

Nun gut, jetzt ist es ja längst zu spät: In Brasilien begehrt das (fußballbegeisterte!) Volk gegen die Kicker-WM auf, weil sie die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert - und trotzdem werden die Spiele in vier Wochen dort angepfiffen. In Katar tritt die herrschende Elite die Bürgerrechte mit Füßen - aber niemand wird die WM 2022 im Wüstenemirat verhindern. Ach ja: Gerade läuft die Eishockey-WM in Weißrussland. Dort regiert mit dem eisenharten Aljaksandr Lukaschenko der letzte Diktator Europas.

Und wo bleibt der Protest?

Der Sport wurde schon in der Antike von den Mächtigen instrumentalisiert; es ist naiv zu glauben, dass sich "Brot und Spiele" von den anderen gesellschaftlichen Prozessen abkoppeln können. Aber ein bisschen lernfähig dürften die Sportfunktionäre schon sein. "Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten", sagte Konfuzius in grauen Vorzeiten. Fifa-Blatter, Olympia-Bach und ihre Vorgänger dürften bei der Fehlerzahl mittlerweile schon im zweistelligen Bereich angekommen sein. Sie sollten einfach einräumen, dass es bei sportlichen Großveranstaltungen ausschließlich um politische Macht und wirtschaftliche Interessen geht. Dann müsste man sich über die Moral endlich keine Gedanken mehr machen.

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