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Westfalenpost: Ein Befreiungsschlag Von Andreas Thiemann

Hagen (ots) - Für die katholische Weltkirche war der Fall Tebartz-van Elst vielleicht nur eine Fußnote. Für den deutschen Katholizismus hingegen wurde die Limburger Affäre zur regelrechten Nagelprobe: Viele Katholiken haben hierzulande mit der Entscheidung des Vatikans über den umstrittenen Bischof ihre persönliche Meinung zu Papst Franziskus verbunden. Nun erkennen sie: Franziskus steht zu seinem Wort wirklich mit der Tat.

Dass der Papst für seine Entscheidung ausdrücklich nicht die Finanz-Misere in der Vordergrund gerückt hat, sondern vielmehr den Vertrauensverlust innerhalb des betroffenen Bistums, bringt zusätzliche Zuversicht in die Zukunft. Tatsächlich wird hier nicht nur ein neuer Stil im Papst-Amt deutlich, sondern eben auch eine neue Qualität im Miteinander von Kirchenleitung und Basis. Auf diesem Fundament kann der Neuanfang in Limburg gelingen, aber es war eben auch dieser radikale Schnitt samt der ausdrücklichen Benennung des Vertrauensverlustes dafür unabdingbar.

Indem Papst Franziskus gerade den Paderborner Weihbischof Manfred Grothe zum Apostolischen Administrator des Limburger Bistums ernannt hat, beweist er zudem Übersicht und Pragmatismus. Grothe genießt nicht nur Sympathien und Respekt weit über das Bischofskollegium hinaus. Als Kommissionsleiter zur Aufarbeitung des Limburger Finanzdilemmas hat er in den vergangenen Monaten offenbar herausragende und vor allem seriöse Arbeit geleistet.

So ist am Ende aus der Limburger Belastung doch noch ein hoffnungsgeprägter Befreiungsschlag geworden. Für das Bistum vor Ort, für den Katholizismus in Deutschland, aber sicher auch für den Papst selbst.

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