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Westfalenpost: Klaus im Glück

    Hagen (ots) - Ex-Postchef Zumwinkel muss nicht in Haft Von Joachim Karpa Solche Männer braucht das Land. Männer wie Zumwinkel. Er sonnt sich über Jahrzehnte als Wirtschaftsführer und als Vertreter der gesellschaftlichen Elite. Damit nicht genug. Als Berater der Bundesregierung glänzt er. Der Lohn ist ihm gewiss. Orden und Auszeichnungen bleiben nicht aus. Solche Männer braucht das Land. Und irgendwann glaubt es Zumwinkel selbst. Nicht nur einmal stellt die einstige gelbe Eminenz im Steuerprozess seine Verdienste um die Post, um Arbeitsplätze und um Steuereinnahmen heraus. Er hält sich für clever und unschlagbar. Solche Männer braucht das Land. Doch ausgerechnet der Bundesnachrichtendienst stellt ihm ein Bein. Zumwinkel fällt weich. Mit 65 Jahren, am Ende seines Berufslebens, verliert er jäh sämtliche Posten. Sein millionenschweres Vermögen bleibt ihm. Der Gesichtsverlust schmerzt ihn mehr. Das Ansehen ist im Keller. Und sein Anwalt spricht von medialer Hinrichtung, vom Pranger, an den der Ex-Postchef gestellt wird. Das darf ihn nicht wundern. Wer so kräftig an seinem Image in der Öffentlichkeitr bastelt, fällt tief, wenn er straffällig wird. Und Zumwinkel ist glimpflich davon gekommen. Ein Klaus im Glück. Ein führender Kopf der bundesdeutschen Elite hält sich seit Jahrzehnten nicht ans Gesetz. Kaltblütig schafft er Millionen am Fiskus vorbei. Einer, dem die Taschen überquellen. Das stößt dem Bundesbürger, der den Handwerker auch einmal ohne Rechnung bezahlt, übel auf. Das Urteil ist milde. Dank Geständnis. Doch das ist kühl kalkuliert. Solche Männer braucht das Land - nicht.

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