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Westfalenpost: Vieles bleibt im Dunkeln

    Hagen (ots) - Urteile im Rekruten-Misshandlungs-Prozess Von Jörg Fleischer Der Prozess um die Misshandlungen von Rekruten in der Coesfelder Freiherr-vom-Stein-Kaserne ist beendet. Diese juristische Aufarbeitung schlimmer Vorfälle in der Truppe ist einzigartig. Das Verfahren gegen die ehemaligen Bundeswehr-Ausbilder ging mit Bewährungs- und Geldstrafen zu Ende. Fesselungen, Schläge, das Einflößen von Wasser und nicht zuletzt Stromstöße gegen junge Soldaten bei einer fingierten Geiselnahme konnte die Kammer nachweisen. Angesichts dieses Horrors mag mancher Prozessbeobachter finden: Dem gefühlten Strafmaß nach hätten die Urteile von Münster entschieden härter ausfallen müssen. Aber das Gericht musste - aus Mangel an Beweisen - so entscheiden. Vieles bleibt im Dunkeln. Über einem nicht geringen Teil der Geschehnisse, zu denen es in der Kaserne und auf dem Übungsgelände in Coesfeld gekommen sein soll, liegt leider noch immer der Mantel des Schweigens. Deshalb kann dieser Prozess nicht das Ende, sondern erst der Anfang einer weiteren Aufarbeitung der Problematik sein. Dieses Verfahren sollte als Signal dafür angesehen werden, dass Willkür von Vorgesetzten und blinder Gehorsam in der Bundeswehr nichts zu suchen haben. Ihre Soldaten sind in ihrer großen Mehrheit mündige Staatsbürger in Uniform - auch wenn dieser Prozess bedauerliche Ausnahmen gesehen hat. Weiter muss gerade im Zusammenhang mit diesem Verfahren unterstrichen werden: Im Unterschied zu den unverantwortlich handelnden Vorgesetzten im Fall Coesfeld versehen die weitaus meisten Ausbilder in der Truppe ihren Dienst sehr verantwortungsvoll.

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