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Westfalenpost: Opfer

    Hagen (ots) - Pakistan immer näher am Abgrund Von Eberhard Einhoff Alarmstufe rot für Pakistans Streitkräfte, gewaltsame Ausschreitungen im Land, Präsident Pervez Musharraf ruft die Bevölkerung zur Ruhe auf, in New York tritt der UN-Sicherheitsrat zu einer Krisensitzung zusammen. Es hat einen Mord gegeben, der dies ausgelöst hat. Benazir Bhutto, die Oppositionsführerin und für Mu-sharraf die bedrohlichste Konkurrentin, ist das Opfer. Weitere, für uns namenlose Menschen, die der Attentäter mit in den Tod gerissen hat sind ebenfalls unmittelbar Opfer geworden. Es könnte aber auch das ganze Land Opfer dieser Wahnsinnstat sein. Die nächsten Stunden und Tage werden darüber entscheiden, ob die Atommacht Pakistan in Chaos und Terror versinkt. Frankreichs Außenminister Kouchner reagierte gestern auf Bhuttos Tod mit dem Hinweis, dass die Stabilität und die Demokratie Pakistans ins Zentrum der Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft rücken müssten. Recht hat er. Allerdings würde die Welt dann erschreckend klar sehen, dass es eben keine Stabilität dort gibt und dass der Begriff Demokratie in dem extrem zerrissenen Land doch sehr gewagt ist. Die Gelegenheit zum intensiven Blick auf Pakistan hat es seit dem 11. September 2001 lange genug gegeben. Folgte man Kouchner, ist sie nicht genutzt worden. Den USA wiederum war an einem klaren Blick gar nicht gelegen: Präsident Bushs furchtbare Musharraf-Hätschelei war Tünche bis zu dem Augenblick, in dem der krampfhafte Versuch einer Allianz Musharraf/Bhutto unternommen wurde. Auch der misslang. Und jetzt hat ein Mörder es geschafft, Pakistan noch um mindestens einen Schritt näher an den Abgrund zu bringen.

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