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NOZ: STIKO-Mitglied: Kostenreduktion bei Grippeimpfstoff darf nicht zulasten der Qualität gehen

Osnabrück (ots) - STIKO-Mitglied: Kostenreduktion bei Grippeimpfstoff darf nicht zulasten der Qualität gehen

In der Grippesaison 2015/2016 wurde an Kassenpatienten nur der preiswertere Dreifach-Impfstoff ausgegeben - Mertens: "Impfstoff, der größere Anzahl möglicher Varianten abdeckt, ist vorzuziehen"

Osnabrück. Das Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, warnt vor möglichen negativen Folgen des Ausschreibungsverfahrens der gesetzlichen Krankenkassen für Grippeimpfstoffe. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagausgabe) betonte Mertens, der auch Leiter der Abteilung Virologie an der Universitätsklinik Ulm ist: "Versuche zur Kostenreduktion sind legitim und sinnvoll, sollten aber nicht zulasten der Qualität gehen."

In der auslaufenden Grippesaison war ausgerechnet der dominierende Impfstamm B/Brisbane/60/2008 aus der B-Victoria-Linie nur in einem Vierfach-Impfstoff enthalten, nicht aber in dem preiswerteren Dreifach-Impfstoff, der an Kassenpatienten verimpft wurde. Der teurere Vierfach-Impfstoff war von den gesetzlichen Krankenkassen gar nicht erst eingekauft worden. Während der Preis des Vierfach-Impfstoffs bei circa 23 Euro liegt, schlägt der Dreifach-Impfstoff nur mit etwa acht Euro zu Buche.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts war der von den gesetzlichen Krankenkassen eingekaufte Dreifach-Grippeimpfstoff das zweite Mal in Folge nicht passgenau zum kursierenden Influenzavirus. Bereits der von den Kassen für die Saison 2014/15 eingekaufte Stoff war ein solcher sogenannter Mismatch. Zwar könne man Aussagen zum "Match" beziehungsweise "Mismatch" bei Influenza-Impfstoffen immer erst im Nachhinein machen, erklärte das STIKO-Mitglied Thomas Mertens. Zudem empfehle die Kommission bislang auch nur Impfungen und nicht einzelne Impfstoffe. "Prinzipiell aber ist ein Impfstoff, der eine größere Anzahl möglicher Varianten abdeckt, aus theoretischen Erwägungen natürlich vorzuziehen", betonte der Experte.

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